Obwohl auf den Spatenstich coronabedingt verzichtet werden musste, schreiten die Bauarbeiten am neuen blaulichtübergreifenden Rettungszentrum im unteren Kochertal stetig voran. Das teilt die Gemeindeverwaltung mit. Zurzeit gießt eine Firma aus Nördlingen, die für die Erd- und Roharbeiten zuständig ist, das Fundament für die Fahrzeugboxen. Dafür verarbeiten die Fachleute rund 250 Kubikmeter Beton. Ein paar Tage zuvor wurde der Verwaltungsbereich mit mehr als 140 Kubikmeter Beton vorbereitet.

Die Kosten für den Rohbau belaufen sich auf rund 1,13 Millionen Euro und liegen damit fast 200.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenberechnung von 1,32 Millionen Euro. Die Roharbeiten sollen bis August komplett fertiggestellt werden.

Vergaben laufen

Das zweite Ausschreibungspaket, das unter anderem Metallbau-, Verglasungs- und Dacharbeiten sowie Tore beinhaltet, wurde kürzlich für fast 620.000 Euro vergeben. Der Innenausbau soll Ende des Monats vergeben werden. Diese drei Ausschreibungspakete machen rund 85 Prozent der Baukosten aus, rechnet die Gemeindeverwaltung vor.

Das Rettungszentrum soll in Zukunft alle drei Blaulichtorganisationen – Feuerwehr, Polizei und DRK – auf einem Grundstück vereinen und damit das Rettungswesen im unteren Kochertal verbessern. „Durch die unmittelbare Alarmein- und -ausfahrt auf die B 19 können künftig im Einsatzfall wertvolle Sekunden eingespart werden, wovon nicht nur die Abtsgmünder, sondern auch Bürger der umliegenden Kommunen profitieren werden“, heißt es aus dem Rathaus. Auch der Verwaltungsaufwand soll sich durch die kurzen Wege zwischen den Organisationen verringern.
Das Baugrundstück des Abtsgmünder Rettungszentrums, das 45 Stellplätze, mehrere große Übungs- und Verkehrsflächen und die Zufahrt zur B 19 vorsieht, ist insgesamt 7300 Quadratmeter groß. Die Abtsgmünder Feuerwehr erhält im Rettungszentrum ein energieeffizientes Magazin mit fünf Fahrzeugboxen, einer Waschbox und einer Durchfahrtsbox mit einem Hochregallager für das Material. Das Feuerwehrmagazin könnte später noch um eine zusätzliche Box erweitert werden. Neben verschiedenen Werkstätten gibt es dort künftig Umkleide-, Sanitär-, Bereitschafts- und Schulungsräume sowie Büros.
Die Abtsgmünder Polizei wird vom aktuellen Posten in der Fachsenfelder Straße ebenfalls ins neue Rettungszentrum umziehen. Die Gemeinde Abtsgmünd baut den neuen Polizeiposten mit verschiedenen Büros, Lager- und Verwahrräumen sowie zwei Garagen, um langfristig Platz für ein zweites Polizeiauto im unteren Kochertal zu haben. Im Südosten wird ein viergeschossiger Übungsturm mit einer Doppelgarage gebaut.
Das DRK Aalen hat das Baugesuch für seine Niederlassung im Kochertal bereits eingereicht. Dort sollen insgesamt vier Fahrzeugboxen entstehen. Zwei Boxen sind für die Rettungswache reserviert, die rund um die Uhr an 365 Tagen mit Profis besetzt sein soll. Die Abtsgmünder DRK-Ortsgruppe erhält ebenfalls zwei Boxen. Eine ist für den bereits vorhandenen Krankentransportwagen gedacht, die andere für einen Kleinbus, der noch kommen soll. Dieses Gebäude entsteht auf dem westlichen Teil des Grundstücks.
Das Blaulichtprojekt soll bis Mai 2021 fertig und dann mit einem Fest eingeweiht werden.