Oberrot/Fichtenberg Kinder im Steinzeit-Zeltlager mit Pfadfindern

Pfadfinder benötigen keine Schrauben oder Nägel um etwas zu bauen. Im Zeltlager bei Jaghaus erleben Kinder, wie so etwas funktioniert und daraus ein typisches Dreibein wird. Hinter den Teilnehmern liegt eine spannende Woche.
Pfadfinder benötigen keine Schrauben oder Nägel um etwas zu bauen. Im Zeltlager bei Jaghaus erleben Kinder, wie so etwas funktioniert und daraus ein typisches Dreibein wird. Hinter den Teilnehmern liegt eine spannende Woche. © Foto: Petra Zott
Oberrot / Petra Zott 03.08.2018
Oberroter und Fichtenberger Kinder verbringen eine spannende Woche mit den Pfadfindern im Zeltlager. Die ganze Aktion stand unter dem Motto Steinzeit.

Meine Mama kann ruhig wegbleiben. Ich will noch nicht heim.“ Ein größeres Kompliment können Zeltlagerkids ihrem Team kaum machen. Ein Wochenende lang erlebten 21 Oberroter und Fichtenberger Kinder  mit den Pfadfindern spannende Abenteuer mit Familie Feuerstein und dem Dino.

Für die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren hatten die Oberroter Pfadis vom Verband Christlicher Pfandfinderinnen und Pfadfinder ein ganzes Dorf auf der großen Wiese beim Ernstenhöfle aufgebaut: mit Schlafzelten und einer Küche, mit Fahnenmasten, Waschgelegenheit und einem großen Versammlungszelt, in dem sogar Feuer gemacht werden konnte, als es am Samstagnachmittag kurz regnete. Was noch nicht da war, wurde kurzerhand gebaut, wobei die Kinder vor allem faszinierte, dass Pfadis dazu keine Schrauben oder Nägel brauchen, sondern lediglich Holz, Seil und die richtigen Knoten – weshalb rund ums Zeltlagerdorf etliche Dreibeine aufgestellt wurden.

Plötzlich war der Dino weg

Spannend wurde es vor allem beim Abenteuerspiel am Samstagnachmittag. Der kleine Dino, den Fred und Barney angefahren und den die Kids im Zeltlagerdorf aufgenommen hatten, war weg. Dabei hatten sie es ihm so gemütlich gemacht: mit eigener Hütte direkt am Fahnenmasten, einem selbst gebauten Lagertor und sogar mit Höhlenmalerei in der großen Jurte, dem Versammlungszelt. Auf der Suche nach dem Dino begegneten die Kids allen möglichen Figuren aus der Steinzeit. Doch weder Höhlenmensch noch Neandertaler, weder Pfahlbauer noch Dino-Jäger und erst recht nicht Action-Heldin „Diänah Bones“ hatten den kleinen Dino gesehen. Dafür trieb der gefürchtete T-Rex im Wald sein Unwesen und zockte den Kindern die mühsam erspielten Nüsse ab, die sie als Lockfutter für den Dino bekamen. Schließlich konnten die Kids den Dino aus einem Brunnen retten, in den er gefallen war. Das überzeugte sogar die Dino-­Mama – und sie erlaubte dem Klei­nen, noch einen Tag mit den Pfadis im Lager zu verbringen – was abends mit Stockbrot, Tschai und vielen Spielen gefeiert wurde. Auch bei den „IGs“, den Aktionsangeboten, ging es „ab in die Steinzeit“. Die Kinder stellten Dreibeinhocker her, wie sie schon bei den Pfahlbauern beliebt waren. Sie bauten Trommeln und Schwirrhölzer, bastelten Tonfiguren und Gefäße,  machten Armbänder aus Paracords und Amulette aus Speckstein. Wie mühsam es damals war, Feuer zu machen, erlebten die Kinder selbst. Aus Feuersteinstücken vom Acker Feuer zu schlagen oder mit dem Feuerbohrer oder Feuerbogen ein Flämmchen zu erzeugen, schien fast unmöglich. Essen wie in der Steinzeit stand am Sonntag ebenfalls auf dem Programm: Die Kids durften sich ein „Steinzeitmüsli“ mit Früchten und Körnern zum Mit-nach-Hause-Nehmen mischen. Sie kochten eine leckere „Steinzeitsuppe“ aus Gemüse und Kräutern, wie sie vielleicht schon die Höhlenmenschen gegessen haben und sie ernteten als Nachtisch eine große Schüssel voll roter und gelber Mirabellen von einem Baum am Rand der Wiese. Als kurz darauf die Eltern zum Zeltplatz der Pfadfinder beim Oberroter Jaghaus kamen, war auch die Dino-Mama mit dabei. Eifrig berichteten die Kinder ihr und den Mamas und Papas, wie so ein Lager funktioniert und was sie alles erlebt hatten. Vom „Spülbaum“ bis zum Teefass wurde Eltern und Geschwistern alles genauestens erklärt und gezeigt. Und als sich die Karawane der Autos wieder Richtung Heimat in Bewegung setzte, stand für viele fest: „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei.“

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