In Ostwürttemberg wird mit 7364 Personen die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem April seit 28 Jahren verzeichnet. Vor einem Jahr waren im Bezirk der Arbeitsagentur Aalen noch 163 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. „Dies entspricht einem Rückgang um 2,2 Prozent“, erläutert Agenturleiter Elmar Zillert. Der Rückgang fiel damit geringer aus als im Land. Hier reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 4,2 Prozent.

Keine starke Abnahme

„Erwartungsgemäß hat sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt abgeschwächt und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen in unserem Bezirk nimmt gegenüber den früheren Jahren nicht mehr so stark ab“, so Zillert weiter. „Insbesondere im Bereich der An- und Ungelernten ist die Nachfrage spürbar zurückgegangen.“ Die von den Firmen gemeldeten Arbeitsstellen setzten überwiegend einen qualifizierten Berufsabschluss voraus. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liege trotz des leichten Rückgangs unverändert bei drei Prozent. 120 Personen weniger als im März seien von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten im April überwiegend die Kunden profitieren, die Arbeitslosengeld I beziehen. Ihre Zahl ging um 140 Personen auf 3816 zurück. „Das sind 3,5 Prozent weniger als noch im Vormonat“, sagt Zillert.

Ludwigsburg

Bei der weiteren Bewertung der aktuellen Marktdaten weist Zillert auf eine besondere Entwicklung des regionalen Arbeitsmarkts hin: „Positiv hervorheben möchte ich den Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung.“ 377 Personen seien Ende April von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen gewesen. Das seien 21,8 Prozent oder 105 Personen weniger als vor einem Jahr. Erfreulich sei auch der Rückgang bei den älteren Arbeitslosen über 50, ihre Zahl reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 218 Personen oder 7,2 Prozent.

Auf dem Arbeitsmarkt sei eine hohe Dynamik zu verzeichnen, so Zillert. So konnten 851 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beenden. „Mit 1420 neu gemeldeten Arbeitsstellen knüpfen wir an die hohe Zahl der Stellenzugänge vom Vormonat nahtlos an“, sagt Zillert. Insgesamt konnten die Berater der Arbeitsagentur und der Jobcenter im April auf 5455 Arbeitsangebote zurückgreifen.

Trend zum Bewerbermarkt

„Zunehmend brisant zeigt sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für die Unternehmen“, gibt Zillert zu bedenken. „Hier verstärkt sich der Trend zum Bewerbermarkt.“ Seit dem 1. Oktober seien 2400 Jugendliche als Bewerber bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 120 oder 4,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 296 auf 3848, was einem Plus von 8,3 Prozent entspreche. Somit kommen rechnerisch 1,6 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber. Zillert appelliert daher an die Jugendlichen: „Die Firmen der Region brauchen Fachkräfte. Der Ausbildungsmarkt bietet noch in allen Bereichen Angebote.“

Angesichts der Situation auf dem Ausbildungsmarkt werde es immer offensichtlicher, dass die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine duale oder schulische Ausbildung anstreben, nicht ausreiche, um wirkungsvoll dem Fachkräftemangel in den regionalen Betrieben entgegenzuwirken. Deshalb setzen Arbeitsagentur und Jobcenter auf die berufliche Qualifizierung von Arbeitslosen und Berufstätigen ohne qualifizierten Abschluss.

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Die wichtigsten Zahlen in Kürze


Arbeitslosenzahl
Ostwürttemberg 7364
(Vorjahresmonat: 7527)
Ostalbkreis 4758
(Vorjahresmonat: 4692)
Landkreis Heidenheim 2606
(Vorjahresmonat: 2835)

Arbeitslosenquote
Ostwürttemberg 3,0 %
(Vorjahresmonat: 3,0 %)
Ostalbkreis 2,7 %
(Vorjahresmonat: 2,7 %)
Landkreis Heidenheim 3,6 %
(Vorjahresmonat: 3,9 %)