Es ist ein regelrechter Hilferuf, den Andrea Weller in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend vorträgt. Zusammen mit weiteren Elternbeiräten der Gaildorfer Parkschule ist sie in den Wurmbrandsaal des Alten Schlosses gekommen, um Stadtverwaltung und Gemeinderäte auf ein akutes Problem aufmerksam zu machen: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren – oder besser gesagt: bis direkt vor die Schultür. „Wir wissen, dass das kein neues Problem ist“, räumt Andrea Weller ein. „Aber es wird immer schlimmer!“

Ausmaße der Hol- und Bringdienste sind „nicht mehr zu tolerieren“

In der jüngsten Elternbeiratssitzung hat das Gremium beschlossen, auf die Verkehrssituation rund um die Parkschule öffentlich aufmerksam zu machen. Rektorin Elke Häußler unterstütze die Ini­tiative. Der „Hol- und Bringdienst“ habe Ausmaße angenommen, die nicht mehr zu tolerieren seien. Manche Eltern würden mit ihrem Auto bis vor die Tür der Mensa fahren, um ihre Kinder abzusetzen. Andere nutzten widerrechtlich den Parkplatz der Realschule. Und grundsätzlich werde auf Verkehrszeichen, Markierungen und Verbote nur wenig Rücksicht genommen.

Dieses Verhalten sorge nicht nur für ein Verkehrschaos im unmittelbaren Umfeld der Schule, sondern auch für eine Gefährdung der Kinder, die sich zu Fuß auf den Weg in die Bildungseinrichtung machen. „Alles in allem wird sehr rücksichtslos und            egoistisch vorgegangen“, fasst Andrea Weller zusammen. „Wenn wir die Eltern darauf ansprechen, werden wir entweder ignoriert, beleidigt oder bedroht.“

Zu Beginn des Schuljahres sei die Polizei verstärkt an der Schule präsent gewesen, das habe einen positiven Effekt gehabt. Diese Kontrollen weiterzuführen und zu verstärken ist eines von drei Anliegen, die Andrea Weller im Gemeinderat vorbringt. Das Zweite: In der Hölderlin-, der Albert-Herrmann und der Eugen-Heller-Straße sollen die entsprechenden Fahrbahnmarkierungen wieder angebracht werden. Doch das Hauptanliegen des Elternbeirats ist ein gemeinsamer Termin mit Bürgermeister Frank Zimmermann und dem Gemeinderat, um erarbeitete Vorschläge der Eltern zur Entschärfung der Situation zu erörtern.

Bürgermeister Zimmermann: „Anliegen ist angekommen“

Der Gemeinderat quittiert den Vortrag von Andrea Weller am Mittwochabend mit zustimmendem Klopfen und Applaus. „Das Anliegen ist angekommen“, antwortet ihr Bürgermeister Frank Zimmermann und sagt zu, dass sich die Stadtverwaltung mit dem Elternbeirat in Verbindung setzen werde, um einen gemeinsamen Gesprächstermin zu vereinbaren. Die Sicherheit der Kinder, betont er, sei eines der Hauptanliegen der Verwaltung.

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