Gaildorf „Gaildorf chillt“: „Unglaublich schöne Rückmeldungen“

Die roten Liegestühle sind das Markenzeichen von „Gaildorf chillt“. Die Besucher parken bei der Körhalle. Ab 11 Uhr wird bewirtet. Bis 22 Uhr können die Besucher zur Musik der DJs des Stuttgarter Vereins Panoptikum Abschied von der Sonne nehmen.
Die roten Liegestühle sind das Markenzeichen von „Gaildorf chillt“. Die Besucher parken bei der Körhalle. Ab 11 Uhr wird bewirtet. Bis 22 Uhr können die Besucher zur Musik der DJs des Stuttgarter Vereins Panoptikum Abschied von der Sonne nehmen. © Foto: Reinhold Haring
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 15.08.2018
Jugendreferentin Pia Dahlinger hat „Gaildorf chillt“ zum Markenzeichen der Stadt  gemacht. Die Aktion hat ihre Fans. Am Sonntag steigt sie zum achten Mal. Gaildorf erwartet 500 Gäste.

Die Meteorologen erwarten für Sonntag einen sonnigen Sommertag mit Temperaturen um die 28, 29 Grad, beste Voraussetzungen für „Gaildorf chillt“. Aber selbst bei Regen kommen die Besucher, sagt Pia Dahlinger. Als Lobbyistin für junge Leute möchte sie, dass sich diese in ihrer Stadt wohlfühlen. Dazu gehört, dass sie ihre Heimat mit ihrer Landschaft und Natur kennenlernen, findet Dahlinger.

Mit vielen Helfern hat sie einen drei Kilometer langen Rundweg angelegt. Dieser wird am Sonntag zur Duz-Zone. „Das Duzen hat einen verbindenden Charakter und ist ganz cool“, sagt Dahlinger. Die Besucher können sich Namensschilder anheften, einen Fantasienamen geben und in eine andere Welt eintauchen. In der können sie mit der Holzbildhauerin Cornelia Brader Landart-Objekte fertigen, an einer anderen der insgesamt 24 Stationen Lichtobjekte aus Naturmaterialien fertigen, die bei der Kopfhörer-Party zum Sonnenuntergang angeleuchtet werden. Oder sie können den Koboldgeschichten des Leipziger Erzählers und Buchautors Christian von Aster lauschen. Sie können über eine wacklige Seilbrücke laufen, sich massieren lassen, im Liegestuhl liegen und Musik hören oder in einer Hängematte schaukeln.

Dynamik in Familien

Pia Dahlingers Stimme klingt begeistert, wenn sie erzählt. „Ja, ich freue mich jedes Mal auf ,Gaildorf chillt‘“, sagt sie. Dieses Mal wird der Naturpark bei der Aktion einen Imagefilm drehen. „Erstmals werden wir die Besucher fragen, wo sie herkommen. Wenn sie es möchten, können sie dazu Infos geben“, berichtet sie weiter. „Unglaublich positive Rückmeldungen“ motivieren die Initiatorin der Chill-Aktion, diese abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten.

Beim Januariusmarkt in Murrhardt sei sie von einer jungen Frau angesprochen worden, die sie bei „Gaildorf chillt“ gesehen hatte. „Sie erzählte mir, wie viel Spaß sie mit ihrer Familie dabei gehabt hat und dass sie jetzt oft in die Natur rausgehen. Die Aktion hat neue Dynamik in ihre Familie gebracht. Das ist genau das, was wir bezwecken wollten“, so Pia Dahlinger. Sie habe ihr Ziel erreicht. Allerdings möchte sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. „Besser werden geht immer“, meint die Jugendreferentin lachend.

Manche haben „total Spaß“, andere beschweren sich, wenn das T-Shirt des Sohnes bei der Waldaktion schmutzig wird. Dann nimmt es Pia Dahlinger an sich und besorgt einfach ein neues. „Das ist es mir wert.“ Sie hat mit Gästen gesprochen, die ihren Familienbesuch in Gaildorf auf einen Chill-Sonntag legen, um dabei sein zu können. Sie freut sich auch, wenn Menschen vom Freundeskreis Asyl mit Flüchtlingsfamilien kommen und ihnen die Erfahrung ermöglichen, rauszugehen und sie so für ihre neue Heimat zu sensibilisieren. „Das Land, die Lotterie Glücksspirale und die Europäische Union sponsern ,Gaildorf chillt’ dieses Jahr mit 14.241 Euro“, sagt Meika Bakker vom Naturpark Schwäbischer Wald auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Projekt sei bislang einmalig. „Wir versuchen, es auf die Fläche zu bringen, bisher erfolglos. Vielleicht liegt es daran, dass sehr viel Arbeit und Kapazitäten dranhängen“, vermutet Bakker. Im Herbst chillt Gaildorf noch einmal, am 21. Oktober.

 

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