Gaildorf "The Juke Joints" begeistern im Häberlen - Starke Solo-Einlagen, tolle Performance

Gaildorf / REINHOLD HARING 04.05.2016
Es war die Generalprobe für das Sommerfest der Kulturschmiede und ein wahrer Appetitanreger: "The Juke Joints" heizten im Häberlen gewaltig ein.

Die Macher der Kulturschmiede hatten wahrlich nicht zu viel versprochen: Der Abend mit „The Juke Joints“ im „Häberlen“ war wirklich ein genussvolles und schweißtreibendes Konzert. Die vier Musiker aus Holland sind eine eher klassische Bluesband, die viele Facetten dieser Musikrichtung beherrscht. Dazu gab es in Gaildorf noch einige „Rock ’n’ Roll“-Einlagen. Und man merkte: Nach 32 Jahren Bühnenerfahrung wissen die Musiker, was das Publikum will. Eigentlich schade, dass sich die Band in Deutschland eher rarmacht. Dafür zählt sie in ihrer Heimat zu den Großen, hat 2012 den niederländischen Blues-Award bekommen.

Im Häberlen schafften es die vier Alt-Blueser, schon nach dem dritten Song das Publikum in Hochstimmung zu versetzen, bei den „Rock ’n’ Roll“-Songs gab es kein Halten mehr, die Besucher tanzten begeistert mit.

Aber es war nicht nur die Gruppe als Ganzes, es waren auch die einzelnen Bandmitglieder, die ein Highlight nach dem anderen setzten. John van der Broek zum Beispiel ist ein Virtuose auf seiner Mundharmonika. Seine Soli begeisterten das Publikum genauso wie sein Spiel auf dem Akkordeon, wobei die Mundharmonika das richtige und originale Bluesfeeling aufkommen ließ. Aber mit seinem Akkordeon hätte „Sonny Boy“, die Bluesfans mögen dies verzeihen, durchaus auch in anderen Musiksparten eine große Karriere machen können.

Nicht nur akustisch, sondern auch optisch war Michael Staat eine Klasse für sich. Er spielte nicht nur Gitarre, man hatte den Eindruck, er und sein Instrument seien eins gewesen. Trotz aller Härte waren seine Töne gefühlvoll, voll positiver Energie und Harmonie.

Frontmann Peter Kempe glänzte nicht nur als Drummer, er heizte auch mit seiner Stimme dem Publikum gewaltig ein.  Apropos Einheizen: Kempe sorgte von Anfang an dafür, dass das Publikum richtig in Stimmung kam, er stand notfalls hinter seinem Schlagzeug auf, klatschte in die Hände, forderte das Publikum auf mitzumachen, um sofort wieder in den Song einzusteigen und seinen Kollegen den Takt anzugeben. Und schließlich glänzte er mit seiner Mandoline, einem Instrument, das man nicht unmittelbar mit einem Drummer in Verbindung bringt.

Klar, dass bei dieser Bühnenperformance der vierte Mann, Derk Korpershoek, an nichts nachstehen wollte. Er sorgte für stimmungsvolle Bassläufe und glänzte vor allem gemeinsam mit John van der Broek.

Trotz der kleinen Bühne eine tolle Show

Auch wenn es räumlich bedingt auf der kleinen Bühne im Häberlen schwierig ist, die vier Holländer lieferten eine perfekte Show ab, die alles bot, was man von ihnen erwartet hatte: Blues, Bluesrock und ein wenig „Rock ’n’ Roll“. Und trotz des schon fortgeschrittenen Alters und der langen Bühnenpräsenz haben „The Juke Joints“ nichts an Frische und Glanz verloren, im Gegenteil: man hat den Eindruck die Band wird immer besser. Es war auf alle Fälle eine gelungene Generalprobe für das Sommerfest der Kulturschmiede – auch als „Kleines Bluesfest“ bezeichnet, das am 1. und 2. Juli auf dem Festgelände bei der Brauerei Häberlen stattfindet.

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