Straßenbau „Seien Sie konstant lästig“

BI-Sprecher und -Initiator Walter Hees und der Eschacher Bürgermeister Jochen König halten die Listen mit den 355 Unterstützerunterschriften in den Händen, Rechts neben ihnen Klaus Issler und Peter Pfitschler von der BI Ortsumfahrung Mutlangen.
BI-Sprecher und -Initiator Walter Hees und der Eschacher Bürgermeister Jochen König halten die Listen mit den 355 Unterstützerunterschriften in den Händen, Rechts neben ihnen Klaus Issler und Peter Pfitschler von der BI Ortsumfahrung Mutlangen. © Foto: Cornelia Kaufhold
Frickenhofen / Cornelia Kaufhold 21.07.2018

Die Mutlanger brauchten einen langen Atem. Von der Planung bis zum Bau der Ortsumfahrung vergingen 20 Jahre. Peter Pfitschler und Klaus Issler haben sich damals in der Bürgerinitiative (BI) engagiert. Auf ihrer Fahrt nach Frickenhofen ins Friedrich-Freiherr-von-Schmidt-Haus machen sie sich ein Bild vom Zustand der L 1080, ein schmales Sträßchen mit Verdrückungen, Schlaglöchern und ausgefranstem Bankett. 27 Bürger lauschen an diesem lauen Sommerabend ihrem Bericht, den Schwierigkeiten, Politiker als Unterstützer zu gewinnen, den Prozessen, die Anlieger gegen die BI erfolglos führten.

355 Unterstützer

„Als der Gmünder Tunnel kam, haben wir Mutlangen abgeschrieben“, schildert Pfitschler eine Niederlage, der weitere folgen sollten. Dieses Problem hat die BI auf der Frickenhofer Höhe nicht. Der Wahlkreisabgeordnete Stefan Scheffold unterstützt sie und will sie am 23. Oktober besuchen, sagt Walter Hees. Der BI-Sprecher hat mit dem Eschacher Bürgermeister einen „wertvollen Mitstreiter“ an der Seite. 275 Unterstützerunterschriften hat er zum Infoabend mitgebracht, Hees kann 80 vorweisen. „Da ist noch Luft nach oben“, meint dieser lachend. Gschwends Bürgermeister Christoph Hald stehe hinter der BI, zurzeit ist er im Urlaub, erklärt Hees die Abwesenheit des Rathauschefs.

Mehr Verkehr

„Der Verkehr nimmt zu, wenn die Straße ausgebaut ist“, warnt Pfitschler. In Mutlangen ging seinerzeit ein Riss durch die Gemeinde, berichtet Klaus Issler im breitesten Schwäbisch. Die BI holte Busunternehmen ins Boot, die Mittelstandsvereinigung, den Verwaltungsverband „und wir hatten fertige Pläne in der Schublade“. Das sei wichtig, denn „es kann ganz plötzlich kommen, dass die Zusage kommt und gebaut wird“. Die Mutlanger haben keine Ruhe gegeben. „Seien auch Sie konstant lästig“, rät Pfitschler in Frickenhofen. Hees kündigt an, an den Ortsein- und -ausgängen mit Plakaten und Schildern auf das Anliegen der BI aufmerksam zu machen. Im Frühjahr soll ein Oldtimer-Corso zwischen Eschach und Frickenhofen „zeigen, dass diese Strecke nur mit alten Fahrzeugen befahrbar ist“. „Wir bleiben konstant lästig und werden nachhaken“, ist Hees entschlossen. Dabei werde es ohne Demonstration in Stuttgart nicht gehen, ist der frisch pensionierte Verwaltungsdirektor der Stauferklinik sicher.

Er hat mit dem Leiter des Straßenbauamts der RP-Außenstelle Ellwangen einen Termin vereinbart. Baudirektor Heiko Engelhard will am 9. Oktober kommen. „Er wird auch was zu den früheren Ausbauplänen der L 1080 sagen können“, so Hees. Die BI möchte das Gespräch mit Regierungspräsident Wolfgang Reimer suchen, „entweder wir gehen zu ihm oder er kommt zu uns, wo er schon vor der Haustür wohnt.“

Der Eschacher Bürgermeister will seine Kollegen zur nächsten Bürgermeisterversammlung „ins Hinterland“ einladen und bei dieser Gelegenheit Landrat Klaus Pavel den Zustand der L 1080 vor Augen führen. Dass die Straße nach einem Ausbau stärker frequentiert ist, scheint den Zuhörern klar zu sein. „Man kann den Verkehr innerorts beruhigen, wenn die Autos entsprechend geparkt werden“, schlägt Peter Pfitschler vor. Jochen König will sich für Verschwenkungen in Kemnaten und Eschach stark machen. Er schockiert seine Zuhörer mit Ergebnissen von Geschwindigkeitskontrollen in Kemnaten. „Der Spitzenreiter fuhr 153, innerorts. 95 Prozent der Autofahrer waren schneller als 50.“ Die Zuhörer schauen fassungslos. Pfitschler rät dazu, weitblickend zu planen. „Bringen Sie einen Fahrradweg mit ins Gespräch, das ist dort ein Thema, wo schnell gefahren wird.“ Auch ein möglicher Grund­erwerb für den Straßenausbau ist ein Thema. „Das wird die Sache der Gemeinde sein“, meint Walter Hees. Er spricht auch über Geld. „Ein bissle werden wir brauchen“, sagt er und bittet um Spenden aufs Konto der Dorfgemeinschaft Frickenhofen unter dem Stichwort Sanierung der L 1080. „Dann kriegen Sie eine Spendenbescheinigung.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel