Gaildorf "Oh Täler weit, oh Höhen"

"Weißer Weg (Unterrot)", Öl auf Leinwand, von Sumiko Shoji.
"Weißer Weg (Unterrot)", Öl auf Leinwand, von Sumiko Shoji.
Gaildorf / IK 04.10.2014
Eine alte Kunst erlebt in Gaildorf eine neue Blüte: In der Galerie im Alten Schloss wird derzeit aktuelle Landschaftsmalerei aus der Region gezeigt.

Im Frühjahr 2013 beschlossen vier Künstlerinnen und ein Künstler, ins Grüne hinauszuziehen, um sich malender- und zeichnenderweise mit Landschaft zu befassen: die Ex-Stadtmalerinnen Sumiko Shoji, Anastasiya Nesterova und Heike Walter, der Ex-Stadtmaler Dirk Pokoj, dazu Verena Geiger, die wie Letzterer einen Platz im Vorstand der IG Kunst hat. "Draußen" nannten sie ihr Projekt.

Eine Ausstellung in der Galerie im Alten Schloss zeigt jetzt das ansprechende und vielgestaltige Ergebnis, das eine sehenswerte Dokumentation von Landschaft im Allgemeinen und von Gaildorfer Umgebung im Besonderen darstellt. Bei der Vernissage im Wurmbrandsaal am vergangenen Sonntag trat der neue Bürgermeister Frank Zimmermann als Vertreter der Stadt auf. Unter anderem bekundete er seine Freude über die Treue der Stadtmalerinnen und Stadtmaler zu Gaildorf - auch nach deren "Amtszeit" - und ermunterte die Besucher zum Kauf von Bildern.

Martin Zecha gab zunächst eine Übersicht über die Geschichte der Landschaftsmalerei - zu der auch 1841 die Patentierung von Ölfarbe in der Tube gehörte, bevor er die vier Künstlerinnen und einen Künstler mitsamt jeweils einem ihrer Exponate vorstellte. Als Staffeleien fungierten dabei Sänger des Liederkranzes Gaildorf. Denn auch das war ein Novum und eine Premiere: Zum ersten Mal in der Geschichte der IG Kunst trat der Liederkranz bei einer Vernissage auf.

Sehr passend zum Thema besang erst der Frauen-, danach der Männerchor die Natur in Herbst- und Abendstimmung. Der gemischte Chor schloss mit Eichendorff-Mendelssohns so schön zu Gaildorfs Topografie passendem "Oh Täler weit, oh Höhen, du schöner grüner Wald". Zum Dank erhielt der Liederkranz-Dirigent Karl-Heinz Gollowitsch eine Zeichnung des Alten Schlosses für den gemeinsamen Übungsraum. Bericht folgt.