Gemeinderat „Lieber Martin, die Stadt braucht dich weiterhin“

Präsent zum Abschied: Bürgermeister Frank Zimmermann (links) und der scheidende Stadtrat Martin Zecha.
Präsent zum Abschied: Bürgermeister Frank Zimmermann (links) und der scheidende Stadtrat Martin Zecha. © Foto: Klaus Michael Oßwald
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 13.10.2018

Die Veränderung ist seit einem Vierteljahr beschlossene Sache. Nun ist sie offiziell: Martin Zecha (66) hat nach 14 Jahren Engagement den Gaildorfer Gemeinderat und damit auch die SPD-Fraktion verlassen.

„Kein Anlass zur Freude“

Am Mittwochabend herrschte denn auch Abschiedsstimmung im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses: Bürgermeister Frank Zimmermann – „das ist wahrlich kein Anlass zur Freude!“ – entließ den „Charakterkopf“ mit herzlichen Worten. Und zwar, wie Zecha am Ende mit einem Augenzwinkern bemerkte, in die „APO“ – die „Außerparlamentarische Opposition“. Anschließend verpflichtete Zimmermann Christel Hofmann-Alber auf ihr Amt als Stadträtin (Bericht folgt). Sie rückte für Zecha ins Gremium – und erhöht damit die Frauenquote innerhalb der SPD-Fraktion auf 50 Prozent.

Rathauschef Zimmermann würdigte die „hochengagierte“ Arbeit Zechas als Stadtrat und Mitglied verschiedener Ausschüsse „über die Parteigrenzen hinweg. Für ihn habe immer der Bürger im Vordergrund gestanden. Ohne den Einsatz Zechas, der gezeigt habe, wie städtisches Kulturleben funktionieren könne, gäbe es in Gaildorf keine Stadtmaler. Die Friedhofsplanung, wie die Raumgestaltung des Frasch-Mausoleums zu einem „neuen würdigen Tempel der Kultur“, habe er ebenso kritisch begleitet wie als Stiftungsrat das Werden der Bürgerstiftung.

Froh äußerte sich Zimmermann darüber, das Martin Zecha weiterhin den Pferdemarktausschuss leitet, denn ohne den kreativen Kopf dieses Gremiums wäre das größte Volksfest des Limpurger Landes nicht das, was es heute ist. Nicht umsonst sei Zecha der Erste, der mit dem „Großen Pferdemarkt-Orden“ ausgezeichnet wurde. Des Bürgermeisters Wunsch: „Bitte engagiere dich auch weiterhin!“

Nun hofft Frank Zimmermann, dass der Ex-Stadtrat, „ein echter Typ“, nicht von der Kommunalpolitik lassen kann: „Lieber Martin, die Stadt braucht dich weiterhin!“ Zecha hinterlasse zwar große Fußstapfen, er zweifle jedoch nicht daran, dass seine Nachfolgerin Christel Hofmann-Alber diese ausfüllen werde.

„Ihr werdet mich vermissen“

Dem starken Beifall der Stadträte folgte ein zaghaftes „Dankeschön“ des Gewürdigten. Der sogleich zeigte, dass er sich nicht vom öffentlichen Leben zurückziehen wird. Zecha, der Gartenbauingenieur, nannte etwa ein Wiesenprojekt, das er mit vorbereitet. Weiter legte er dem Gemeinderat ans Herz, die verdienstvolle Arbeit von Stadtseniorenrat und Zukunftswerkstatt nicht aus den Augen zu verlieren.

Das war’s dann auch. „Ihr werdet mich vermissen – aber nur in der Nachsitzung!“ Seiner verschmitzten Bemerkung folgte ein letztes „Ich bin dann mal weg!“

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