Gemeinderat Kindergartenbetreuung wird teurer

Eine Erzieherin malt mit Kindern. Die Kosten für die Betreuung des Nachwuchses steigen in Gschwend ab dem Kindergartenjahr 2017/18.
Eine Erzieherin malt mit Kindern. Die Kosten für die Betreuung des Nachwuchses steigen in Gschwend ab dem Kindergartenjahr 2017/18. © Foto: Symbolfoto: fotolia
Gschwend / Werner Schmidt 22.06.2017
In Gschwend steigen die Kosten für die Betreuung des Nachwuchses ab dem Kindergartenjahr 2017/18.

Glück gehabt“, kommentierte der Gschwender Tiefbauamtsleiter Stefan Blessing im Gemeinderat am Montagabend das Ergebnis der Ausschreibung für die im laufenden Jahr geplanten Straßeninstandsetzungen. Das Gremium hatte sie bereits in der April-Sitzung beschlossen. Die dafür notwendigen Mittel waren mit 243.000 Euro kalkuliert worden. Vier Firmen waren von der Gemeinde um Angebote gebeten worden – das preiswerteste kam von einer Firma in Freiburg und lag nun mit 183.500 Euro fast 60.000 Euro unter der Kalkulation.

Billig muss nicht gut bedeuten. Aber Bürgermeister Christoph Hald konnte eventuell vorhandene Bedenken bei den Kommunalpolitikern zerstreuen: „Die Firma kennen wir aus der Vergangenheit. Sie hat gute Arbeit geleistet.“

Zuvor hatten die Gemeinderäte heftig um die Anpassung der Betreuungskosten für die Kinder in den kommunalen Tageseinrichtungen gerungen. Es ging um die Betreuungsbeiträge für Kinder unter und über drei Jahren sowie für die Grundschüler. Für das bevorstehende Jahr 2017/18 kommen auf einige Eltern nun teils erhebliche Erhöhungen zu. So steigt zum Beispiel der Monatssatz für die U3-Ganztagsbetreuung für Familien, die ein Kind fünf Tage in der Woche betreuen lassen, von derzeit 425 Euro auf 480 Euro. Im Folgejahr 2018/19 ist eine weitere Anpassung auf 490 Euro vorgesehen.

Den Gebührensprung von fast 60 Euro im bevorstehenden Kindergartenjahr empfanden einige Gemeinderäte dann schon als „heftig“ und wünschten sich eine „gleichmäßigere Verteilung“.

Allerdings mussten sie sich von Hauptamtsleiterin Elisabeth Wilk auch sagen lassen, dass die Gemeinde jährlich 750.000 Euro bei den Betreuungskosten zuschieße.

Da half der Hinweis auf die Gebührenfreiheit in Heilbronn ebenso wenig wie der auf Berlin, wo der Senat im Februar die sukzessive Abschaffung der Gebühren beschlossen hat. Die Gebühren seien ein politisches Thema, sagte Hald. Manche Länder hätten beschlossen, keine  zu verlangen. Dies würde dann über den Länderfinanzausgleich letztlich von den Ländern mitfinanziert, die Betreuungsgebühren verlangten: „Wir können es uns leider nicht leisten zu sagen, wir verzichten darauf!“

Dem Vorschlag der Verwaltung wurde daher mit Abstrichen zugestimmt. So wurde die Gebührenerhöhung für Grundschüler für das Jahr 2018/19 zunächst herausgenommen. Darüber solle nochmals während der dann anstehenden Haushaltsberatungen diskutiert werden, hieß es.

Daneben bekam Bürgermeister Hald mit auf den Weg, der Landesregierung klar zu machen, dass die Familien stark belastet seien und die Regierung alles dafür tun solle, dass die Betreuungsgebühren deutlich gesenkt werden können.