Gschwend „Hongkong“ feiert kunterbuntes Wochenende

Gschwend / Rainer Kollmer 06.08.2018
Das traditionelle Sommerfest in Honkling ist dieses Jahr 50 Jahre alt. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft sind auf das jährliche Wiesen-Spektakel bestens vorbereitet.

Trotz heißer Temperaturen kommt bereits am Freitag im gut durchlüfteten Großzelt in Honkling beste Feierlaune auf: das fünfzigste Sommerfest kann beginnen. Zünftige Trachtengewänder sind eher selten. Zur Partymusik von „Ziach’o“ hätte es gepasst. Aber das neue schwarze T-Shirt der Dorfgemeinschaft und sommerliche Bekleidung dominieren das Bild.

Der Name der Band mit Adrian Hatton (Akkordeon), Tobias Stammler (Akkordeon), Philipp Leng (Bariton, E-Bass) und Thomas Eilingsfeld (Gitarre) hat zweifache Bedeutung. Die schwierige Aufgabe, als Einheizer-Band am noch stehenden „Party-Karren“ zu ziehen und ihn in Gang zu bringen, gelingt mit dem kraftvollen Ziehen am Balg der Akkordeons aufs Beste.

Zwar folgt das Publikum anfangs nur zögerlich der Ermunterung, „die Krüge hoch“ zu nehmen, aber die bestehende Feierabendlaune kann nur mit Anlauf in passende Partystimmung umgewandelt werden. „Die wirklichen Partykracher bringen wir gewöhnlich später“, erläutert Musiklehrer Adrian Hatton aus Regensburg die Strategie der routinierten Stimmungsmacher aus Bayern. „Wir spielen alles auswendig. Nur die Texte lesen wir  ab.“ Bei so viel Flexibilität kann das Quartett, das zum ersten Mal in Honkling ist, auf jede Laune des Publikums spontan reagieren.

Gegenüber füllt sich das Gelände mit teilweise skurrilen Fahrzeugen. Der Oldtimer-Treff des Unimog-Clubs Ostalb aus Gschwend findet großen Zulauf. „In den letzten drei Jahren waren zu diesem frühen Zeitpunkt noch nie so viele Fahrzeuge auf dem Platz“, stellt Vorstand Hans Maile zufrieden fest. „Die Vielfalt macht’s“, freut er sich. Jede Menge alte Traktoren mit Wohnwagen, liebevoll gepflegte Oldtimer-Autos und beeindruckende Unimog-Fahrzeuge tuckern über das vertrocknete Gras auf der Wiese. „Offenes Feuer verboten“ steht am Eingang zum Stellplatz. Die Brandgefahr ist diesmal besonders hoch. Am Schlusstag hat Maile dann mehr als 100 Fahrzeuge gezählt, darunter auch seltene PKW-Oldtimer, Kleintransporter und bemerkenswerte Unimog-
Aufbauten.

Am Bierausschank ist Berliner Platt zu hören. Zwölf Freunde des FC Kremmen aus Brandenburg kommen seit 2011 jedes Jahr nach Honkling, um mitzufeiern. Anfangs spielten sie noch beim Fußballturnier mit und machten wiederholt den zweiten Platz. Inzwischen geht es auch ohne Fußball. „Wir fühlen uns hier wie zu Hause“, meinen die „Berliner“ aus Kremmen, die gleich hinter dem Dorfheim ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Elke Kugler, die der Dorfgemeinschaft vorsteht, berichtet, dass eine Woche zuvor das Festzelt aufgestellt wurde. Und seitdem ging es rund mit den restlichen Vorbereitungen. „Wir haben etwa 200 Helfer im Einsatz.“ Die Zahl entspricht ziemlich genau dem Mitgliederbestand des Vereins, der auch noch das Fußballturnier ausrichtet.

Unfall beim Fußballturnier

Zwölf Mannschaften treten einen Tag später im 20-Minuten-Takt gegeneinander an. Sie heißen „Direktionsbomber“ oder „Seitenstecher“ und sind oft, wie der „FC Leergut“ aus Waiblingen, seit über 25 Jahren mit dabei. Inzwischen haben die Senioren die Jungen im Schlepptau. Zum Anfeuern reicht es immer noch.

Die Atmosphäre und die Gastfreundschaft sind hier einfach toll“, lobt ein „Leergut“-Veteran. Bereits beim ersten Spiel zwischen „All for One“ und „Die Jungs an der Pilsbar“ aber muss die DRK-Bereitschaft den Krankenwagen rufen. Ein Spieler hat einen Oberschenkelbruch erlitten. Er wird im Stauferklinikum operiert.

Die Stimmung, die am Abend im Festzelt beim Dorfheim herrscht, kann trotz der Temperaturen von 34 Grad am Wochenende nicht mehr überboten werden. Für die Ausgestaltung der Feierlaune ist die Cover-Band „Die Partyfürsten“ zuständig. Die neun Musikerinnen und Musiker aus dem Großraum Stuttgart heizten bereits im Vorjahr erfolgreich ein.

Klassische Pop-Ohrwürmer

Denkwürdige Auftritte im Bierzelt sind das Markenzeichen der „Fürsten“. Sie präsentieren in einer moderierten Nonstop-Folge klassische Ohrwürmer der Pop-
Kultur, wobei gleich nach dem einleitenden Partyfürsten-Song programmatisch mit „Fürstenfeld“ von STS und „YMCA“ von den Village People der musikalische Rahmen abgesteckt wird. Ein Song von Andrea Berg darf nicht fehlen – erste Mitsänger und Solotänzer im Publikum werden aktiv.

Zum traditionellen Hammellauf am Sonntag gehen 33 Paare an den Start. Den Rundmarsch um den blumengeschmückten Hammel begleitet Walter Machande aus Fichtenberg auf dem Steirischen Akkordeon. Beim Klingeln des von Wilfried Stoll aufgezogenen Weckers stehen die Gewinner fest. Thomas Schmid aus Gaildorf und Horst Ehle aus Honkling entscheiden rasch, sich den Geldwert, aber nicht den Hammel teilen zu wollten.

Die fünfköpfige Partyband „Forever“ aus Bayern gestaltet im Festzelt abschließend den musikalischen Kehraus.

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