Im November haben fünf Michelbacher die Bürgerinitiative "Pro Limpurger Berge" gegründet. Sie haben sich mit der BI "Für Gaildorf" zusammengeschlossen, die sich gegen den Naturstromspeicher wehrt. Karl-Heinz Glandorf tritt als Sprecher der Gruppe in Michelbach auf. Sie hat bereits im Dezember bei einer Sitzung des Kirchengemeinderats Michelbach Position bezogen. Inzwischen hat sich die Zahl der Aktiven auf 15 erhöht.

Zum Hintergrund: Im Wald oberhalb Michelbachs untersuchen derzeit die Stadtwerke Schwäbisch Hall, ob es sich rechnet, dort Windkraftanlagen zu erstellen. Neun Standorte werden untersucht, davon fünf auf Michelbacher Gemarkung. Weitere 27 Windrad-Standorte möchte sich die Zeag (eine Tochter des Energieversorgers ENBW) entlang der Kohlenstraße bis Gaildorf sichern. Vier Windkraftanlagen sind für den Naturstromspeicher Gaildorf im Gespräch. Laut Windatlas sind die Gebiete so windstark, dass sich dort Anlagen rechnen. Eine im neuen Jahr geplante Messung der Haller Stadtwerke soll Auskunft geben, ob die Hochrechnungen stimmen.

Sollten sich alle Standorte als tauglich und bebaubar erweisen, könnte ein Windpark mit rund 40 Windrädern auf dem Höhenrücken der Limpurger Berge entstehen. Dagegen protestiert die Bürgerinitiative Pro Limpurger Berge. "Wir unterstützen den Atomausstieg und die Energiewende, Windkraftanlagen im Wald sind aber der falsche Weg", heißt es in der Presseerklärung. "Wir sind gegen den massiven Eingriff in das Ökosystem Wald und die damit verbundene Zerstörung von Natur und Landschaft."

Die fast 200 Meter hohen Windräder (Nabenhöhe: 138 Meter) würden nicht nur das Landschaftsbild beeinträchtigen: Auch Lebensräume bedrohter Tierarten und Naherholungsgebiete würden zerstört. Um die Windkraftanlagen aufstellen zu können, käme es zu Kahlschlägen unmittelbar am Wander- und Fahrradweg Kohlenstraße. Pro Windrad müssten zwischen 2000 Quadratmeter und einem Hektar Wald gerodet und der Boden verdichtet werden; für die Schwertransporte müsste die Kohlenstraße verbreitert werden. Sie verlöre ihren Charakter eines Wanderwegs. Nicht zuletzt würden im Winter Spaziergänger gefährdet, denn bei Frost könnten die Rotoren Eisklumpen über 100 Meter weit schleudern.

Nicht zuletzt macht die BI eine Gefährdung durch Infraschall geltend. Die Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung reichten nicht aus, um vor den Folgen zu schützen. Dieser Einschätzung widerspricht Dr. Renate Lorenz-Lauermann, Leiterin des Haller Gesundheitsamtes. Sie verweist auf Studien, die in Dänemark gemacht wurden - einem Land mit vielen Windkraftanlagen. Bei den Anlagen wurden Lautstärken gemessen, die weit unter der normalen Hörschwelle lägen. Deshalb bestehe keine Gefahr. Zu dieser Einschätzung kommt auch das Bayerische Landesamt für Umwelt.

www.pro-limpurger-berge.de

www.energie-initiative.de