Straßenbau „Es wird ein langer Weg, aber wir werden Erfolg haben“

Gschwend / Cornelia Kaufhold 13.04.2018
Walter Hees von der Dorfgemeinschaft Frickenhofen will eine Bürgerinitiative gründen. Ihr Ziel ist die Sanierung der L1080 auf der Frickenhofer Höhe.

Die Strecke von Rotenhar nach Frickenhofen ist landschaftlich reizvoll. Bei schönem Wetter sind die Kaiserberge zu sehen, der Hohenstaufen, der Rechberg und der Stuifen. Da kann man schon mal zum Sonntagsfahrer werden, vor allem, weil die Straße einem Flickenteppich gleicht. Dann nimmt man gerne mal mit Rücksicht auf die Stoßdämpfer den Fuß vom Gaspedal. Die Landesstraße 1080 zwischen Rotenhar und Seifertshofen ist eine Holperstrecke. Die Sanierung dieses Streckenabschnitts steht seit vielen Jahren auf der Wunschliste der Menschen auf der Frickenhofer Höhe ganz oben. Aber nichts passiert.

Walter Hees (kleines Foto) von der Dorfgemeinschaft Frickenhofen ist initiativ geworden. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Ende Februar in der „Sonne“ in Frickenhofen hat er vorgeschlagen, eine Bürgerinitiative Straßenbau ins Leben zu rufen. Bürgermeister Christoph Hald war spontan begeistert. „Ja, die Idee finde ich gut“, bestätigt er jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gut findet er auch, wenn nicht nur der Bürgermeister, sondern die Bürger auf ihre Anliegen aufmerksam machen. „Das hat einen anderen Stellenwert“, sagt Hald. Wegen seines vollen Terminkalenders habe er noch keinen Termin mit Walter Hees abstimmen können. Er begrüßt es, „wenn man sich die Bälle gegenseitig zuspielt“.

Reaktion auf Druck

Walter Hees will im Mai die Bürgerinitiative ins Leben rufen. „Das war ja nur ein Satz im Protokoll“, sagt er, „ich wollte abwarten, bis ich im Ruhestand bin.“ Jetzt hat der Personalvorstand und ehemalige Verwaltungsdirektor des Stauferklinikums die Zeit und Muse, sich um die Gründung der Bürgerinitiative und ihre Arbeit zu kümmern. „Es wird ein langer, schwieriger Weg werden“, ist Hees überzeugt. Aber er ist ebenso überzeugt davon, dass die Bürger Erfolg haben werden. „Politiker reagieren am ehesten, wenn die Bürger selbst Druck machen“, sagt er und führt das Beispiel Mutlangen an.

„Ohne die Bürgerinitiative wäre die Ortsumfahrung nicht gebaut worden, da bin ich mir sicher“, so Hees. Die Baukosten beliefen sich auf runde 70 Millionen Euro. Es habe sich gelohnt, dass sich die Bevölkerung eingeschaltet hat.

Von „einer der längsten Leidens- und Antragsgeschichten in unserer Raumschaft“, sprach der damalige SPD-Abgeordnete Mario Capezzuto im Frühsommer 2003 bei seinem Besuch in Frickenhofen. Und er forderte einen „Schulterschluss aller Verantwortlichen“. Capezzuto verpasste einen erneuten Einzug ins Landesparlament, aber unabhängig von seiner Person haben die Frickenhofener über Jahrzehnte leere Versprechungen gehört. „Das geht seit den 60er-Jahren so“, sagt Hees.

Vor zehn, zwölf Jahren habe die Dorfgemeinschaft erneut den Ausbau der L 1080 zwischen Rotenhar und Seifertshofen aufs Tablett gebracht und Unterschriften gesammelt, erinnert er sich. „In den 70er-Jahren hat man mal was gemacht und danach immer wieder hier und da was geflickt. Heute ist die Straße eine Zumutung“, sagt Hees. Er berichtet von zunehmendem Schwerlastverkehr, für den die L 1080 nicht ausgelegt ist. „Man kann das ja verstehen, die Route aus Richtung Backnang nach Aalen über die Frickenhofer Höhe zu nehmen, ist praktisch. Sie ist schön zu fahren, es gibt keine Staus. Sonst müssten sie über Crailsheim oder Gmünd und über die B 29 fahren, das ist problematisch.“

Einige Bürger haben ihm bereits ihre Mitarbeit in der Bürgerinitiative zugesagt. „Man muss sich auf dem Dorf engagieren, weil sonst nichts geht“, findet der 65-Jährige. Die Bürger zahlten alle brav ihre Steuer und bunkerten sie nicht auf der Jersey-Insel oder in einem anderen Steuerparadies, und „deshalb haben sie auch ein Recht auf eine anständige Infrastruktur“. Die wollen sich die Frickenhofener jetzt erkämpfen.