Große Koalition „Eine große Ehre und Freude“

Region / Jochen Höneß 13.03.2018

Am Sonntagnachmittag hat das Handy von Norbert Barthle geklingelt. Am anderen Ende der Leitung: Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie teilte mir mit, dass ich auch in Zukunft meine Arbeit als parlamentarischer Staatssekretär fortsetzen solle“, so der Gmünder Christdemokrat und Bundestagsabgeordnete. Jedoch wird Barthle dies künftig in einem anderen Ministerium sein: Statt unter Andreas Scheuer (CSU) im Verkehrsministerium zu arbeiten, wechselt er ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Sofort und gerne“ habe er seine Zustimmung signalisiert. Jedoch kann man aus dem offiziellen Presse-Statement des 66-Jährigen herauslesen, dass der Abschied aus dem Verkehrsministerium nicht ganz ohne Wehmut vonstatten geht. Die Verkehrspolitik „und insbesondere ‚meine‘ Themen Elektromobilität und Kraftstoffe der Zukunft“ hätten ihm „sehr große Freude gemacht“, heißt es da.

Doch auch im Bereich Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit warteten „große und spannende Herausforderungen“, so Barthle weiter. Seine seitherigen Aufgaben im Verkehrsministerium übernimmt nun der Ludwigsburger CDU-Abgeordnete Steffen Bilger. „Bei ihm ist die Infrastrukturpolitik – gerade auch für unsere Heimat Nordwürttemberg – in den besten Händen!“, zeigt sich Barthle mit dieser Entscheidung zufrieden.

Ein zentrales Thema im Bundestagswahlkampf und auch auf der Agenda der künftigen Bundesregierung sei die Bewältigung der Flüchtlingskrise. „Diese gewaltige Aufgabe ist ohne die entschlossene Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunftsländern nicht vorstellbar – und an dieser Schnittstelle wird meine zukünftige Aufgabe liegen“, so Barthle. Sein Ressortchef ist Gerd Müller (CSU), der bereits in der zurückliegenden Legislaturperiode Entwicklungshilfeminister war. Auch für ihn hat Barthle lobende Worte übrig: „Er hat sich dieser Aufgabe mit Leib und Seele verschrieben und in den vergangenen Jahren die Entwicklungszusammenarbeit auf neue und zukunftsfeste Bahnen gesetzt.“

Lange bleibt an selber Stelle

Für Christian Lange bleibt hingegen das meiste so, wie es war: Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Backnang-Gmünd hat ebenfalls gestern mitgeteilt, dass er seine zweite Amtsperiode als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz antreten wird. Eine „große Ehre und Freude“ sei es für ihn, der Bundesregierung das zweite Mal in Folge als Staatssekretär anzugehören.

Mit der Übergabe der Ernennungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beginnt am morgigen Mittwoch die zweite Amtszeit für das neue Kabinett – und für die Staatssekretäre.

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