Gaildorf Gartenschau wäre ein „tolles Instrument“

Für die Gäste eine kurzweilige und informative Floßfahrt auf dem Kocher: Bürgermeister Frank Zimmermann erläutert der Kommission die Vorzüge der Stadt, die 2027 oder 2029 eine Gartenschau ausrichten möchte.
Für die Gäste eine kurzweilige und informative Floßfahrt auf dem Kocher: Bürgermeister Frank Zimmermann erläutert der Kommission die Vorzüge der Stadt, die 2027 oder 2029 eine Gartenschau ausrichten möchte. © Foto: Klaus Michael Oßwald
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 16.05.2018
Gaildorf hofft auf den Zuschlag für eine Gartenschau, um sich weiterentwickeln zu können. Doch die Stadt muss sich noch eine Weile gedulden. Die gute Nachricht vorab: Die Umgehungsstraße soll 2027 fertig werden.

Gaildorf sitzt auf Kohlen! Im sprichwörtlichen Sinn, versteht sich: Nach dem Besuch der Fachkommission vor drei Wochen, die sich sämtliche Gartenschau-Bewerber im Land angeschaut hat, bleibt jedoch nur eines: Die Stadt muss sich in Geduld üben und abwarten.

CDU-Stadtrat Rainer Baumann brachte das, was in diesen Tagen manchen Mandatsträger im Städtle umtreibt, in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses auf den Punkt: Im Gespräch mit interessierten Bürgern, die sich nach dem Stand der Dinge erkundigten, müsse er passen – „ich kann dazu nichts sagen“. Auch nicht zur Planung.

Der Knackpunkt

Die gibt es freilich in der später einmal – sollte die Stadt den Zuschlag bekommen – notwendigen Form noch nicht. Bürgermeister Frank Zimmermann verwies hier auf das Grundsätzliche einer Gartenschau: Eine solche sei „ein tolles Instrumentarium, um noch offene Fragen zu beantworten“.

Konkret heißt das: Wenn feststeht, dass Gaildorf Gartenschau-Stadt wird, geht es an die konkrete Planung. In deren Rahmen werden die Zielvorstellungen, die Grundlagen der Bewerbung sind, aufeinander abgestimmt und sämtliche berührten Belange aufgearbeitet. Dazu gilt es, nicht nur die Komponente „Stadtgrün“ in das Gesamtpaket einzuarbeiten, sondern auch die Verkehrsplanung. Wobei für Gaildorf eine Entlastung der Innenstadt durch eine Umgehungsstraße ein Knackpunkt ist.

Und eben dieses Straßenprojekt soll dem Vernehmen nach pünktlich fertig werden. Bürgermeister Zimmermann berichtete dem Ausschuss über ein Gespräch mit dem Regierungspräsidium Stuttgart. Dabei habe er die Zusage erhalten: Der Einweihungstermin 2027 „kann gehalten werden!“.

„Wir werden unsere Eindrücke mitnehmen und reflektieren.“ Das sagte Marc Calmbach vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, als er und seine Mitstreiter in der Bewertungskommission sich von Bürgermeister Zimmermann per Handschlag verabschiedeten. Nächster (aber damals noch nicht terminierter) Schritt werde eine erste Gesamtbewertung sein.

Damit muss sich anschließend eine „interministerielle Runde“ befassen. Nämlich: Es werden auch diejenigen Ministerien zu Wort kommen, die durch das Thema Gartenschau berührt sind. Das Ganze mündet schließlich in eine fachliche Gesamtbewertung, die laut Landesregierung noch vor der parlamentarischen Sommerpause erstellt werden soll.

Vier Mitbewerber

Die endgültige Entscheidung, welche der interessierten Bewerberstädte einen Zuschlag bekommen, trifft der Ministerrat, wie Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum, erklärt. Und „noch im Sommer“ schlägt dann den Bewerbern die Stunde der Wahrheit. Wie die Chancen Gaildorfs stehen – insgesamt fünf Städte möchten bekanntlich 2027 oder 2029 eine kleine Gartenschau, früher „Grünprojekt“ genannt, ausrichten – und ob die Stadt bislang punkten konnte, darüber war und ist aus den Reihen der Gartenschau-Profis nichts zu erfahren.

Nur so viel ist bekannt: Zum Zug kommen Städte, die den Willen und das Potenzial haben, etwas aus sich zu machen. Wissen die Kommunen mit ihren Pfunden zu wuchern, dürfen sie sich Hoffnungen machen, dass eine Gartenschau ihnen „Impulse für städtische Entwicklungen“ liefert, Freiräume und Werte schafft – „Bleibendes, Verbindendes für eine Kommune und ihre Bürger“, wie es die Gartenschau-Förderungsgesellsschaft auf den Punkt bringt.

Nebenbei: Über das Landesprogramm „Natur in Stadt und Land” gibt es für die Ausrichter von Gartenschauen zusätzliche Fördermittel – nämlich maximal fünf Millionen Euro Zuschuss für eine Landesgartenschau und zwei Millionen Euro für eine Gartenschau.

Die aktuellen Gartenschau-Bewerber

Landesgartenschau (2026 oder 2028): Bad Mergentheim, Ellwangen, Ludwigsburg, Rottenburg, Rottweil, Schrammberg, Tuttlingen, Ulm, Vaihingen an der Enz (Bewerbung auch um eine kleine Gartenschau.

Gartenschau (2027 oder 2029): Altensteig, Bad Urach, Engen, Gaildorf, Sulz am Neckar, Vaihingen an der Enz.