Einzelhandel „Die Instrumente stehen zur Verfügung“

Gaildorfer Samstag 2017: Bürgermeister Frank Zimmermann sticht das erste Fass an. Die Kritik, die seitens des Einzelhandels an ihm geäußert wurde, kann er nur bedingt verstehen. Die Leute hätten die Möglichkeit, sich mit Vorschlägen einzubringen.
Gaildorfer Samstag 2017: Bürgermeister Frank Zimmermann sticht das erste Fass an. Die Kritik, die seitens des Einzelhandels an ihm geäußert wurde, kann er nur bedingt verstehen. Die Leute hätten die Möglichkeit, sich mit Vorschlägen einzubringen. © Foto: Archivfoto: Brigitte Hofmann
Gaildorf / Richard Färber 17.04.2018

Der Verein Stadtmarketing ist ein gutes Instrument, um die Stadt voranzubringen, sagt der Gaildorfer Bürgermeister Thomas Zimmermann. Und über den Verein wolle man nun auch die Kritik aufnehmen und konstruktiv verwerten, die in der vergangenen Woche bei einer Diskussionsveranstaltung der Gaildorfer SPD laut wurde. Die Stadtverwaltung, insbesondere aber der Bürgermeister waren wegen der Situation des Einzelhandels massiv kritisiert worden (die RUNDSCHAU hat berichtet). Zimmermann selbst war nicht anwesend. Der Termin sei zu kurzfristig gemeldet worden, er habe bereits dem Feuerwehrhauptausschuss zugesagt, sagt er. Die Kritikpunkte, die in unserer Zeitung genannt wurden, könne er daher vorerst auch nur zur Kenntnis nehmen, allerdings finde er Etliches auch recht pauschal und unreflektiert.

Thema bleibt „auf dem Schirm“

Die SPD hat gestern noch einmal an die Diskussion erinnert. Karl Eichele, Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe, die zu der Diskussion mit dem Verdi-Vertreter Bernhard Franke eingeladen hatte, schreibt in einer Mail an Zimmermann, dass er die Kritik in ihrer Massivität beeindruckend gefunden habe, nach den Gesprächen, die er in den vergangenen Monaten geführt habe, aber auch erwartet habe.

„Die Pflege und bessere Vermarktung von Gaildorf als freundliche Einkaufsstadt ist eine Daueraufgabe“, schreibt Eichele. Sie müsse „konzentriert und strategisch getrieben werden“. Und es müsse auch möglich sein, „die vorhandenen praktischen Vorschläge zügig umzusetzen“. Der SPD-Ortsverein werde das Thema auf dem Schirm behalten.

Es gibt einige Punkte, die Zimmermann dabei aufstoßen. Dass die Kritiker Einzelhandel und Handwerk in einen Topf werfen, gehört dazu. Die Stadt mache europaweite Ausschreibungen und lasse örtliche Handwerker nicht zum Zuge kommen, war bemängelt worden.

Einerseits, erwidert Zimmermann, gehe es dem Handwerk derzeit dermaßen gut, dass man  froh sein müsse, wenn auf Ausschreibungen reagiert werde. Andererseits müsse die Verwaltung bei Ausschreibungen gesetzliche Vorgaben einhalten. In der Regel aber, betont er, blieben solche öffentlichen Aufträge in der Region: „Da kommt kein Unternehmen aus Spanien oder sonst woher.“

„Der Einzelhandel ist in einer schwierigen Situation, und er ist uns wichtig“, betont Zimmermann. Dass man die Belange des Einzelhandels ignoriere, sei aber so nicht richtig. Alle Maßnahmen, die in den nächsten Jahren in Gaildorf anstehen, werden auch dem Einzelhandel dienen, ist Zimmermann überzeugt.

Freies Wlan für die Innenstadt

Beispielhaft nennt er die Umgehungsstraße, die Planung für das nördliche Kocherufer, die Sanierung von Schloss und Freibad, die Situation am Marktplatz.  Dort sollen die publikumsträchtigen Service-Dienste der Stadt angesiedelt werden und der Einzelhandel, ist Zimmermann sicher, werde davon profitieren. Am ersten Adventswochenende ist ein Tag der offenen Tür vorgesehen. Ein weiteres Projekt, das auf Zimmermanns Rasch-zu-erledigen-­Liste steht: freies Wlan in der Innenstadt. Der Vorschlag sei im Rahmen des Jugendforums aufgekommen und solle nun möglichst bald umgesetzt werden.

Bei der SPD-Veranstaltung sei aber offenbar auch nicht honoriert worden, was Stadt und Bürgerschaft über den Verein Stadtmarketing planen und umsetzen. Das Floßfest beispielsweise, das man zu einem großen „Stadtfest“ machen wolle – „das haben wir uns selbst auferlegt“.

Zimmermann könnte noch weitermachen, zum Thema Parkplätze beispielsweise ist noch gar nichts gesagt, er verweist aber lieber auf die Instrumente, die auch dem Einzelhandel zur Verfügung stehen.  Das Instrument Stadtmarketingverein etwa könne man auch strukturell modifizieren, etwa durch die Einrichtung eines Einzelhandelsausschusses. Dort könne man dann auch seine Ideen und Vorschläge loswerden.

Nicht alle Einzelhändler in Gaildorf teilen die Kritik, die nun laut geworden ist. Man müsse sich doch erst einmal darüber auseinandersetzen, wo die Schwachpunkte konkret liegen und was man unternehmen kann, sagt ein Einzelhändler in der Innenstadt. Einfach nur schimpfen – das sei zu einfach.

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