Gaildorf "Da müssen Profis her"

Gaildorf / KA 09.05.2015
Mit den Kleinen basteln, backen und singen macht ihnen Spaß. Auch die Hausaufgabenbetreuung ist kein Problem, anders mit den Älteren.

Wieder zwei neue Gesichter. Reinhard Lieb freut sich. Er organisiert zusammen mit Wolfgang Nachbauer den Fahrdienst des Stadtseniorenrats Gaildorf und braucht dringend noch mehr Fahrer. Zwischen zehn und 15 Frauen und Männer hat er im Pool, die alte Leute zum Arzt, ins Krankenhaus, zur Krankengymnastik fahren, dort das Ende der Behandlung abwarten und sie wieder bis vor die Haustür chauffieren. Der vom Autohaus Koch gesponserte Caddy hat nach acht Wochen Fahrdienst 2500 Kilometer auf dem Tacho. Die Stadt honoriert den Einsatz des Seniorenrates. Als Gastgeberin hat sie für das monatliche Treffen im Sitzungssaal des Rathauses Getränke bereitgestellt, eine große Schachtel Konfekt macht die Runde, in der munter, aber auch kontrovers diskutiert wird. Zum Beispiel über den Flyer für den Fahrdienst. Das zweite Angebot der Senioren, "Gemeinsam in Bewegung". läuft prima an, in Ottendorf wie in Gaildorf. Zwischen 14 und 25 Männer und Frauen besuchen im Schnitt die kleine Gymnastikstunde im Freien bei der Festhalle. Sie kommen unverbindlich nach Lust und Laune, in ihrer Alltagskleidung. In Gaildorf lief die Aktion etwas später an, vor zwei, drei Wochen. Über 40 Teilnehmer und etliche Neugierige kamen beim ersten Mal in den Park des Graf-Pückler-Stifts. "Das pendelt sich ein", ist Hans-Heinrich Lübke sicher, der Boss des Stadtseniorenrats.

Eine harte Nuss ist für ihn die Hausaufgabenbetreuung von Flüchtlingskindern. Die der Kleinen im "Haus Lichtblick" läuft hervorragend und macht den Senioren richtig viel Spaß. Mit den älteren Kindern wird es wegen großer Sprachprobleme schwierig. Die Schüler sollen sich auf Klassenarbeiten vorbereiten, verstehen aber kein Deutsch. Lübke hat erfolglos versucht, jemanden zu finden, der einen Acht- und einen Neuntklässler unterstützen kann. "Die Älteren können dem Unterricht nicht folgen, sie brauchen einen Sprachkurs", bekräftigt Cornelia Dähmlow vom "Haus Lichtblick". Sie hat seit etlichen Monaten Kontakt zu Flüchtlingskindern. Die Lehrer, so ihre Erfahrung, "schicken die Kinder zu uns". "Die Schule wäre zuständig", sagt der ehemalige Schulleiter Lübke. Jürgen Kanters ("Da muss ein Profi her") will das Gespräch mit der Parkschule suchen, um im Auftrag des Stadtseniorenrats eine Lösung des Problems zu finden.

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