Soziales „Alles andere als einfach“

Der Eingang des Großaltdorfer Kindergartens. Die Nutzung der Räume durch Dritte ist künftig nicht mehr möglich.
Der Eingang des Großaltdorfer Kindergartens. Die Nutzung der Räume durch Dritte ist künftig nicht mehr möglich. © Foto: Daniel Kuhn
Gaildorf / Daniel Kuhn 13.04.2018
Die Stadtverwaltung nimmt Stellung zur künftigen Nutzung des Dorfgemeinschaftsraums in Großaltdorf:  Ohne Erweiterung des Kindergartens stehe die Ganztagesbetreuung auf dem Spiel.

Unversehens herrscht in Großaltdorf große Raumnot. Die Erweiterung des Kindergartens kostet nicht nur Geld, sondern auch den Dorfgemeinschaftsraum. Im folgenden Text erläutert die Stadtverwaltung die Notwendigkeit der Maßnahme. Eine provisorische Lösung soll insbesondere die Raumnot der Landfrauen lindern.

Der Kindergarten Großaltdorf kann gerade noch so die Zahl der angemeldeten Kinder aufnehmen. Aber schon für den Herbst müssen sich die Kleinen in Wartelisten eintragen lassen. Ohne die Nutzung des Dorfgemeinschaftsraumes ist die zukünftige Versorgung mit ausreichend Kindergartenplätzen nicht mehr gewährleistet. Es war eine böse Überraschung für die Großaltdorfer Vereine und die Gaildorfer Stadtverwaltung, als sich bei einer Begehung des städtischen Kindergartens mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) zeigte, dass der Kindergarten nicht mehr wie bisher betrieben werden darf.

Hauptproblem ist die fehlende Trennung von Kindergarten und öffentlichem Bereich. Selbst eine Nutzung außerhalb der Kindergartenöffnungszeit ist nach Auskunft der KVJS nicht möglich und sie wäre auch nicht praktikabel. Jedes Mal müssten alle Gegenstände erst in den Kindergarten geräumt, dann wieder zurückgebracht und jedes Mal vor und nach der „Fremdnutzung“ geputzt werden.

Und ein weiteres Problem, die Zeit drängt. Denn schon im neuen Kindergartenjahr liegen mehr Anmeldungen vor, als der Kindergarten aufnehmen kann. „Wenn wir Kinder wegschicken müssen, dann schadet es unserer Einrichtung immens“, sagt die stellvertretende Leiterin der städtischen Einrichtung Kathrin Hannemann. Zudem sei der Ganztagesbetrieb des Kindergartens gefährdet und müsse vermutlich aufgegeben werden.

Gaildorf ist und soll aber eine kinderfreundliche Kommune sein, die größten Wert auf die adäquate Unterbringung der Kleinen legt. Denn ein gutes, familienunterstützendes Betreuungsangebot für Kinder ist die Voraussetzung dafür, dass junge Familien nach Gaildorf ziehen und ihre Kinder hier betreuen lassen. Ohne Kinder stirbt die Stadt, ohne stabile Einwohnerzahl ist die Zukunft Gaildorfs gefährdet.

Dass die Situation alles andere als einfach ist, weiß Bürgermeister Frank Zimmermann, der gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Jürgen Jäckel fieberhaft nach einer Lösung sucht. Angeboten wurde den bisherigen Hauptnutzern des Kindergartenraumes, den Landfrauen Großaltdorf/Eutendorf, die Anmietung der Räumlichkeiten des Gasthauses Rose. Dort könnten die Veranstaltungen der Landfrauen wie bisher abgehalten werden und die Landfrauen hätten kurzfristig wieder ein Unterkommen und eine provisorische Heimat, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist. Eines ist aber Frank Zimmermann wichtig, „die Maßnahme richtet sich nicht gegen die Nutzung des Raumes durch die Vereine, wir ermöglichen unseren Großaltdorfer Kindern eine bessere Betreuung, damit es auch zukünftig heißen kann, ,Klein reinkommen, groß rauskommen’“.

Info Der Autor Dr. Daniel Kuhn arbeitet seit Anfang des Monats als Nachfolger von Sunny Herzog in der Stabstelle von Bürgermeister Frank Zimmermann.

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