Noch Anfang Mai hatte Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann anhand eines Gesprächs mit der Chefetage von Mahle öffentlich geschätzt, dass der Betrieb des Unternehmensstandorts in Gaildorf noch für mindestens drei Jahre gesichert sei. Diese Zusage hatte er aber vor der Corona-Pandemie erhalten. Die Realität sieht im September 2020 anders aus. Wie der Konzern nun mitgeteilt hat, plant er die Schließung der deutschen Werke in Gaildorf und Freiberg. Für die beiden Standorte sieht der Zulieferer und Entwicklungspartner der Automobilindustrie laut Mitteilung „keine Perspektive für eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufstellung im Wettbewerbsumfeld, weshalb eine Schließung unumgänglich wird.“
An weiteren Standorten in Deutschland und Europa soll es darüber hinaus zu Personalanpassungen kommen. Mahle hat deshalb den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrates sowie den Europäischen Betriebsrat informiert. Das Unternehmen will die Einzelheiten der Maßnahmen zeitnah mit den jeweils zuständigen Arbeitnehmervertretern vor Ort beraten. Neben der Konzernzentrale in Stuttgart sind von den geplanten Anpassungen unter anderem die deutschen Produktionsstandorte in Mühlacker/Vaihingen, Neustadt, Rottweil sowie St. Michael in Österreich betroffen. Die Maßnahmen sollen Mahle angesichts wirtschaftlicher Belastungen durch die Corona-Krise bei der Kostensenkung und Restrukturierung helfen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern.
Am Gaildorfer Standort fand im Zuge dieser Nachricht am Donnerstag eine Kundgebung statt. Betroffen von der Schließung wären dort rund 280 Mitarbeiter.

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