Ein „hoher Erholungswert“ und eine „gute Verkehrsanbindung an den Großraum Stuttgart“: So sind in der Sitzungsvorlage für den Gaildorfer Gemeinderat die Vorteile aufgelistet, die die Stadt am Kocher Touristen – und nicht nur denen – biete. Und zwar heute schon: Um touristisch attraktiv zu sein, brauche es keine ausgedehnte Infrastruktur. „Die bereits vorhandene ist dazu ohne Weiteres in der Lage.“ Man könnte auch sagen: Bevor man Geld in komplexe, auf den Fremdenverkehr ausgerichtete bauliche Programme investiert, wirbt man mit dem, was man hat.

Oberrot

Die Mitgliedschaft bei der Fremdenverkehrsgemeinschaft hat Potenzial

Die Frage ist: Wie kann eine Stadt auf solche Pluspunkte aufmerksam machen und so Touristen anlocken? Im Falle Gaildorfs gibt es da einen neuen Vorschlag: Wie Dr. Daniel Kuhn, persönlicher Referent von Bürgermeister Frank Zimmermann, in der zurückliegenden Sitzung erklärte, soll die Stadt der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald beitreten. Dies wäre dann bereits die zweite Mitgliedschaft in einem solchen Verband: Schon heute gehört die Stadt dem Verein „Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus“ an. Dieser richte die Werbekraft jedoch in den nördlichen Teil des Landkreises – man hofft auf Ausflügler aus Hall und Heilbronn. Diese Region biete allerdings „weniger Potenzial“ als der Großraum Stuttgart, wie in der Sitzungsvorlage weiter ausgeführt wird.

Im Rathaus wünscht man sich jedoch, entlang der „Entwicklungsachse Gaildorf-Backnang-Stuttgart“ stärker wahrgenommen zu werden. Und in ebendieser Region ist der Tourismusverband Schwäbischer Wald aktiv. Beispielhaft wird die alljährliche Wahl der Schwäbischen Waldfee genannt, die für große Aufmerksamkeit sorge. Wollte man all die Werbemaßnahmen, die die Mitgliedschaft mit sich bringe, auf eigene Faust umsetzen, fiele das Kosten-Nutzen-­Verhältnis schlecht aus. Der Beitritt zur Fremdenverkehrsgemeinschaft kostet jährlich 17.700 Euro – nach Ansicht der Verwaltung ein guter Preis für die werblichen Gegenleistungen.

Gemeinderat entscheidet sich für den Schwäbischen Wald

Im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte man bereits Gespräche mit dem Verband geführt. Dabei sei grundsätzliches Interesse signalisiert worden. Das letzte Wort hat die Mitgliederversammlung. Sollte der Beitritt kommen, sei dies „keine Entscheidung gegen ,Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus’“, betont die Verwaltung.

„Was geben wir für ,Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus’ aus?“, wollte Heinrich Reh (FWV) in der Ratssitzung wissen. Das konnte die Verwaltung aus dem Stegreif nicht beantworten. Reh befürwortete dennoch den Verwaltungsvorschlag: „Wir sollten’s probieren.“ Nach kurzer Debatte beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung einstimmig – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Mitgliederversammlung –, der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald beizutreten und die genannten Mittel jährlich bereitzustellen.

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Verein hat 19 Mitgliedskommunen


Derzeit hat die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald 19 Mitglieder:
Alfdorf, Althütte,
Aspach, Auenwald,
Berglen, Großerlach, Gschwend, Kaisersbach, Mainhardt, Murrhardt, Oberrot, Oppenweiler, den Rems-Murr-Kreis, Rudersberg, Spiegelberg, Sulzbach/Murr, Weissach im Tal, Welzheim und Wüstenrot. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz beim Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in Waiblingen. Die Wahl der Schwäbischen Waldfee, der Tag des Schwäbischen Waldes sowie eine enge Kooperation mit dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald sind wiederkehrende touristische Aktionen und Markenzeichen des Vereins. johö