Die Zahl der Asylbewerber steigt, und davon ist auch die Stadt Gaildorf betroffen. In Ottendorf, in der Gaildorfer Schulstraße, in der Eutendorfer Straße und in der Berliner Straße leben über 150 Asylbewerber aus verschiedenen Ländern Europas, Afrikas und Asiens. Etwa 20 Ehrenamtliche kümmern sich als "Freundeskreis Asyl Gaildorf" um diese Flüchtlinge. Sie helfen bei amtlichen Schreiben, mit denen die Asylbewerber mangels Deutschkenntnissen wenig anfangen können. Sie sorgen dafür, dass Kranke den Weg zum Arzt oder ins Haller Diak finden, sie helfen bei Hausaufgaben und betreuen Kinder und Jugendliche in Lerngruppen, sie organisieren Kleider oder eine Kinderbetreuung.

Bei all den Sorgen der Flüchtlinge steht der Freundeskreis Asyl Gaildorf zur Verfügung. Für diese ehrenamtlichen Leistungen gibt es jedoch keine finanziellen Hilfen. Diese Situation bewegt Nordica Nettleton-Hansen und ihren Mann Frank. Sie entschlossen sich daher zu einer Spende in Höhe von 8000 Euro für die Asylbewerber in Gaildorf. Das Geld soll hauptsächlich für Fahrtkosten verwendet werden.

Die Asylbewerber haben tatsächlich ein Problem mit Busfahrkarten. Die in Ottendorf lebenden Flüchtlinge müssen zum Einkaufen nach Gaildorf, ihre Kinder müssen zu Sprachkursen nach Hall oder Gaildorf, sie brauchen den Bus zu Arztbesuchen, ihre Kinder wollen in Vereinen mitmachen und müssen für Fahrtkosten aufkommen, und für all das steht kein Geld zur Verfügung. Dieses Problem liegt dem Ehepaar Hansen am Herzen. "Der Staat sorgt nur für das Nötigste und verlässt sich auf ehrenamtliche Hilfe. Alles wird nach unten weggedrückt, die Finanzierung fehlt und so ist die Integration auch schwierig", meint das Ehepaar.

Die Situation verschärft sich, denn im April muss der Kreis 95 Asylbewerber aufnehmen, entsprechende Räume sind knapp, weshalb teilweise Turnhallen bereitgestellt werden. Nordica Nettleton-Hansen und ihr Mann Frank wissen, dass ihre Spende nur für eine begrenzte Zeit für Abhilfe sorgen kann. Sie hoffen aber, dass die Öffentlichkeit aufmerksam wird und mehr Anteil am Schicksal dieser Menschen nimmt. Vor allem aber hoffen sie auf eine Reaktion der Behörden.