Freundschaft 20 Jahre Partnerschaft Gaildorf - Budajenö

Gaildorf/ Budajenö / HANS BUCHHOFER 05.07.2013
Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Gaildorf und Budajenö in der ungarischen Gemeinde war ein echter Höhepunkt, signalisierte aber auch eine Wende in der Beziehungen beider Kommunen.

Auch die personelle Besetzung der Delegation aus Gaildorf machte dies deutlich.

In den vergangenen Jahren reisten viele Gruppen ins ungarische Budajenö. Allen gemeinsam war - von wenigen Ausnahmen abgesehen -, dass die meisten Besucher einen ungarndeutschen Hintergrund hatten. Dies hat sich in den vergangenen Jahren langsam, aber stetig geändert. Die Ungarndeutschen werden älter, und viele können nicht mehr die lange Reise nach Budajenö auf sich nehmen. So war die Delegation, die zum 20-jährigen Bestehen in die Partnergemeinde fuhr, ein Beispiel für die neuen Beziehungen untereinander. Unter den knapp 100 Besuchern aus Gaildorf waren neben der Stadtkapelle, der Schlossgarde, der Rope-Skipping-Gruppe und der Eutendorfer Feuerwehr weitere Bürger dabei, einige auch, die zu Budajenö (noch) keine Beziehung haben.

Die Delegation wurde von Bürgermeister Ulrich Bartenbach mit Ehefrau Brigitte, Beigeordnetem Frank Zimmermann, Ilona Bullinger und neun Stadträten angeführt, begleitet von Ilse und Gerhard Schick. Günther Kubin durfte als umsichtiger Reiseleiter und Organisator verdientermaßen viel Lob ernten.

Auch dies signalisierte eine neue Zeitrechnung in der Partnerschaft, denn Michael Lack als seitheriger "Motor" der Beziehungen muss seinem hohen Alter Tribut zollen, war aber dieses Mal gerne wieder mit seiner Frau Leni dabei.

Was die Ungarn an Programm geboten haben, war einmalig und kaum zu übertreffen! Die Auftritte von Rockstar Attila Pataki und Popdiva Kati Kovács sowie das Gastspiel von Olga Beregszászi, der Grand Dame des Chansons, waren ein Erlebnis ersten Ranges. Alle drei leben in Budajenö, sind in Ungarn große Stars und mit zahlreichen goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Von ungarischer Seite wirkten auch die Pantlika-Tanzgruppen und die Sekler Theatergruppe mit. Beide fördern und beleben Kultur und Brauchtum der Rumänien-Ungarn.

Das ungarndeutsche Vermächtnis pflegen die Ringlein-Tanzgruppe und die Kapelle "Dicke Schwäne". Beide begeisterten bereits beim jüngsten Floßfest. Doch die Gaildorfer brauchten ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen: Die Stadtkapelle unter der Leitung von Hans Kriso trat praktisch ständig in Erscheinung, übernahm den Ausklang des Festes, gab ein zweistündiges Platzkonzert am Samstag, spielte beim Weinfest und beim Festgottesdienst und gab anschließend nochmals ein Platzkonzert, ehe sie ihre Instrumente einpacken konnte.

Für die Kirchenbesucher war die Messe von Michael Haydn und die ungarische Nationalhymne am Ende des Gottesdienstes ein nachhaltiges Erlebnis. Die Stadtkapelle gewann dadurch viele Freunde und Bewunderer hinzu.

Die Schlossgarde und die Rope-Skipping-Mädchen eroberten die Herzen der Ungarn im Sturm - nicht nur wegen ihrer perfekt vorgetragenen Auftritte, sondern auch wegen ihres Outfits. Den jungen Frauen gefiel es in Budajenö ausnehmend gut.

Höhepunkt des Jubiläums waren die Reden der beiden Bürgermeister István Budai und Ulrich Bartenbach. Beide erinnerten an die Vergangenheit; beide wollen in Zukunft die Partnerschaft vertiefen und mit neuem Leben erfüllen. Dass dabei die Jugend eine herausragende Rolle spielen soll, darüber sind sich beide einig. Gelinge das nicht, dann werde die Partnerschaft auf Dauer nicht zu halten sein. Bartenbach ließ auch durchblicken, dass Budajenös Ehrenbürger und Unternehmer Gerhard Schick und seine Gattin Ilse Besuche von Jugendlichen und Schülern gerne finanziell unterstützen möchten. Auf solcher Basis müssten dann gegenseitige Begegnungen möglich sein.

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