Stadtmalerin 14. Gaildorfer Stadtmalerin: BM Ulrich Bartenbach begrüßt Karin Brosa

RICHARD FÄRBER 24.01.2014
Die Druckerpresse ist weg, jetzt wird wieder gemalt. Karin Brosa, 14. Gaildorfer Stadtmalerin hat Wohnung und Atelier im Alten Schloss bezogen. Am Donnerstag wurde sie offiziell Willkommen geheißen.

Die erste Geschichte ist schon fast fertig: Das großformatige Bild zeigt St. Georg in Polizeiweste, wie er auf seinem Pferd gegen einige sympathisch guckende Drachen reitet, möglicherweise Spielkameraden des verdutzten kleinen Mädchens am linken Bildrand.

Wer sich ein bisschen auskennt in der Kunstgeschichte findet schnell zur Quelle: Das Bild "St. Georg und der Drache", das Paolo Uccello um 1470 gemalt hat. Verweise auf diesen Meister der perspektivischen Malerei finden sich öfter in den Arbeiten von Karin Brosa, die nun in der Nachfolge von Anastasiya Nesterova als 14. Stadtmalerin ins Gaildorfer Schloss gezogen ist. Auch populärkulturelle Anspielungen und Zitat kann man in ihren Bildern entdecken - Brosas erzählende Kunst bringt Augen und Gedanken zum Stolpern.

Die 36-jährige Künstlerin aus Tettnang hat zunächst Pharmazie und dann, nach einigen Jahren als Apothekerin, Freie Grafik in Stuttgart studiert, wo sie heute noch lebt, lehrt und arbeitet. Gestern wurden sie und ihr Mischlingshund Lola vom Gaildorfer Bürgermeister Ulrich Bartenbach, Gemeinderat Martin Zecha und Rolf Deininger vom Förderkreis offiziell begrüßt. Traditionell erwarte man nichts von den Stadtmalern, sagte Bartenbach, man würde sich aber über eine Abschlussausstellung und vielleicht auch eine kleine Zwischenausstellung im Häberlen sehr freuen.

Offen ist noch, wie sich die Stipendiatin und die Schloss-Sanierung vertragen werden. Bartenbach verhandelt derzeit mit dem Landesdenkmalamt über die Wandisolierung an der Westseite, wo sich auch das Stadtmaler-Atelier befindet. Diese Räume stehen allerdings über kurz oder lang ohnehin nicht mehr zur Verfügung. Dann soll eine Wohnung im Torflügel zum Atelier umgerüstet werden.


Seit 1997 kommen Stadtmaler nach Gaildorf

Das Stipendium Die Idee, Künstler für ein Jahr in die Stadt aufzunehmen, stammt von dem Stuttgarter Künstler Diethelm Reichart, der vor einigen Jahren ein Atelier im Alten Schloss angemietet hatte. Erwartungen werden ausdrücklich nicht gestellt: Den Künstlern stehen Wohnung und Atelier zur Verfügung, sie erhalten zudem ein Taschengeld; ansonsten lässt man sie in Ruhe arbeiten.

Die Stadtmaler Erster "Artist in Residence" war 1997 Heinrich Knopf gefolgt von Sabine Arnold, Sumiko Shôji, Angelika Weingart, Emanuel Anthropelos, Wolfgang Folmer, Wonkun Jun, Nikolaus Cinetto, Johannes Priess, Dirk Pokoj, Heike Walter, Daniela Weber und Anastasiya Nesterova. Seit Januar lebt Karin Brosa als 14. Stadtmalerin im Alten Schloss.