Metzingen Eine Frage von mehr Mobilität

Sie freuen sich auf das neue Angebot aus dem Haus Matizzo (von links): Manuela Seynstahl, Peter Nißle und die künftige Einsatzleiterin, Birgit Mezger.
Sie freuen sich auf das neue Angebot aus dem Haus Matizzo (von links): Manuela Seynstahl, Peter Nißle und die künftige Einsatzleiterin, Birgit Mezger. © Foto: Peter Swoboda
Metzingen / Peter Swoboda 10.10.2018

Überwiegend ältere Menschen, die noch dazu in ihrer Mobilität und meist auch in ihren finanziellen Mitteln eingeschränkt sind, tun sich schwer, etwa zum Arzt zu kommen, einzukaufen oder sonst einen Termin wahrzunehmen. Um dem abhelfen zu können, startet das Haus Matizzo, Diakonischer Förderverein, ein neues Projekt: „Metzingen chauffiert“. „Immer wieder haben wir mitbekommen“, sagt Geschäftsführerin Manuela Seynstahl, „wie schwierig es für alte und gehbehinderte Menschen ist von A nach B zu kommen.“ Taxi-Unternehmen weigerten sich oft, Fahrten innerhalb Metzingens zu machen, lassen auch schon mal ein bestätigtes Engagement einfach ausfallen, indem sie nicht kommen. Und nicht mal absagen. „Wir wollen aber auf keinen Fall den Taxi-Unternehmen Konkurrenz machen“, sagt Peter Nißle, der beim Pressegespräch in doppelter Funktion anwesend war, als Vertreter der Stadt Metzingen und als Vorstandsmitglied  des Hauses Matizzo.

Das neue Angebot soll den Personennahverkahr ergänzen und geht ab Januar zunächst in eine einjährige Testphase. Zunächst wird ein erdgasbetriebenes Teil-Auto für das Projekt aktiviert. Auch wenn der Bedarf offenbar vorhanden ist, müsse man erst mal schauen, wie das Angebot angenommen wird. Der  Fahrdienst gilt nur innerhalb des Stadtgebiets Metzingen und innerhalb des Ortsgebiets Riederich. Die Gemeinde Grafenberg wollten die Organisatoren ebenfalls mit ins Boot holen, doch dort läuft zurzeit ein  eigenes Angebot, eines ehrenamtlichen Fahrdienstes. Für die Nutzer ist das Ganze kostenlos, finanziert werden soll es auf Spendenbasis. „Wir loten auch aus“, so Manuela Seynstahl, „ob es irgendwelche Zuschüsse gibt.“ Laut Peter Nißle ist man im Haus Matizzo jedenfalls zuversichtlich, das Projekt finanzieren zu können.

Das Angebot des Fahrdienstes gibt es zunächst zwei Mal pro Woche, mittwochs und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Dafür werden noch Fahrer gesucht, die sich hier ehrenamtlich engagieren wollen. Sie müssen mindestens 25 und höchstens 70 Jahre alt sein. Der Einsatzleiterin, Birgit Mezger, müssen die Fahrer regelmäßig den Führerschein vorlegen. Außerdem sind sie verpflichtet, an vorbereitenden Schulungen teilzunehmen. Dort sollen sie den Umgang mit älteren mobilitätseingeschränkten Menschen lernen. Und sie müssen ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Versichert sind sie über den Verein und das Land Baden-Württemberg.

Info-Abend zu „Metzingen chauffiert“

Am Mittwoch, 24. Oktober, um 19 Uhr gibt es im Haus Matizzo einen Info-Abend zum neuen Fahrdienst. Weitere Informationen gibt es bei Manuela Seynstahl unter Telefon (0 7123) 9 10 20 24.

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