Ehingen Zwei Türchen, wenn es pressiert

Hinter diesen Türchen des SÜDWEST-PRESSE-Adventskalenders lässt mancher Friedhofsgänger die Sau raus, zum Leidwesen der restlichen Toilettengäste. Foto: Ippach
Hinter diesen Türchen des SÜDWEST-PRESSE-Adventskalenders lässt mancher Friedhofsgänger die Sau raus, zum Leidwesen der restlichen Toilettengäste. Foto: Ippach
CI 06.12.2012
Besondere Türen sind in diesem Jahr Thema des Adventskalenders der SÜDWEST PRESSE. Die müssen nicht besonders hübsch, sondern können auch besonders wichtig sein. Und das lässt sich von unserem heutigen Türenpaar zweifelsohne behaupten - zumindest, wenn es pressiert.

Besondere Türen sind in diesem Jahr Thema des Adventskalenders der SÜDWEST PRESSE. Die müssen nicht besonders hübsch, sondern können auch besonders wichtig sein. Und das lässt sich von unserem heutigen Türenpaar zweifelsohne behaupten - zumindest, wenn es pressiert. In den Räumlichkeiten dahinter befinden sich die öffentlichen Toiletten des Ehinger Friedhofs, die bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes für Stunk sorgen.

Lieder nämlich geht es auf besagtem stillen Örtchen gelegentlich weit weniger bedächtig zu als auf dem Gottesacker. Immer wieder verfehlen Toilettengäste bei der Verrichtung ihrer Notdurft das Ziel, sagt Elmar Baur. Der Friedhofswärter hat dann nicht nur alle Hände voll damit zu tun, die Sauerei zu beseitigen, sondern muss sich auch gegenüber anderen Friedhofsbesuchern rechtfertigen. In der Vergangenheit habe es häufig Klagen über die mangelnde Sauberkeit in der öffentlichen WC-Anlage gegeben, und einmal habe darin sogar ein Obdachloser genächtigt, berichtet Baur. Mittlerweile ist die Friedhofstoilette deswegen in der Nacht geschlossen, eine Zeitschaltuhr verriegelt die Klotüren in den Abendstunden und entriegelt sie erst wieder morgens: Im Winterhalbjahr (Oktober bis März) müssen die Friedhofsbesucher von 17 bis 8 Uhr einhalten, in der Sommerjahreshälfte (April bis September) von 20 bis 8 Uhr.

Keine schöne Regelung für den, der es eilig hat, aber eine, die sich auszuzahlen scheint. Zuletzt nämlich sei es um die Sauberkeit besser bestellt gewesen, sagt Baur, auch wenn es von Zeit zu Zeit immer wieder Toilettennutzer ohne Zielwasser gibt. "Wenn sich jeder so verhält wie zuhause, dann ist doch alles in Ordnung." Ein wahrer Satz, denn wer freut sich nicht über ein sauberes Örtchen, wenn es mal richtig pressiert?