Moment mal Zuwachs bei den Muckenspritzern

Ehingen / ah 12.10.2018

Sie wird immer noch länger, die Liste der Feuerwehren, die wegen angeblicher Rauchentwicklung alarmiert werden und dann vor Ort feststellen müssen, dass es Schwärme von Mücken waren, die die Leute beunruhigt haben. Den Ehingern hat ein solcher Vorfall vor bald 160 Jahren den Spitznamen Muckenspritzer eingebracht: Das Geschehen am 27. August 1859 am Turm der Liebfrauenkirche ist heute elementarer Bestandteil im Fasnetsbrauchtum und lebt in den Namen der Narrenzunft Spritzenmuck und der Narrengruppe Muckenspritzer weiter.

Dabei sind die Ehinger beileibe nicht die einzigen Muckenspritzer dieser Welt. Ihr Chronist Walter A. Schaupp hat zum Jubiläum 150 Jahre Ehinger Muckenspritzer 2009 in der Festschrift eine erste Übersicht erstellt, beginnend  1674 in Hersfeld bis zum Mückenschwarm am Kirchturm in Ursulasried im Allgäu Ende Juli 2003.

Inzwischen gibt es weitere Nachträge: vor einem Jahr am Hamburger Michel und jetzt auf einem Maisfeld im Unterallgäu. Am 11. September waren die Feuerwehr  Kettershausen samt Kreisbrandmeister und den Kameraden der Wehr aus Babenhausen mit dem Stichwort „Rauchentwicklung im Freien“ alarmiert worden. Nach kurzer Beobachtung an der vermeintlichen Einsatzstelle, erklärt Kommandant Daniel Frommel, „war dies dann aber als Mückenschwarm feststellbar, daher konnten wir dann mit allen 26 Kameraden wieder einrücken.

Willkommen im Club, sagt dazu Walter Schaupp, dem die Geschichte zugetragen worden ist und der sich über den Zuwachs bei den Muckenspritzern freut. Da passt es ja ausgezeichnet, dass die Wehrmänner aus dem Unterallgäu heute zum Vereinsausflug nach Ehingen kommen: zur Brauereibesichtigung in Berg. Das Ulrichsbier sei auch in Kettershausen ein gängiges Bier, erklärt der Kommandant, und Ehingen sei ja nicht so weit – weder geografisch noch inhaltlich.

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