Alb-Donau-Kreis Zuschuss für Kliniken

HELGA MÄCKLE 06.12.2012
3,8 Millionen Euro muss der Alb-Donau-Kreis für den Betrieb der drei Kreiskrankenhäuser im Jahr 2012 zuschießen. Dies wird noch länger so sein.

Eine gute medizinische Versorgung sei ein wichtiger Standortfaktor, sagte Landrat Heinz Seiffert bei den Etatberatungen im Sozialausschuss am Dienstag. "Daher müssen wir unsere drei Krankenhäuser attraktiv halten." Auch im Hinblick auf die Konkurrenz: So plane der Landkreis Biberach einen Klinik-Neubau für 400 Millionen. "Wir müssen auch bereit sein, Geld für den laufenden Betrieb aufzuwenden." 3,8 Millionen Euro sind im Haushalt 2013 eingeplant, um das Minus aus dem Jahr 2012 für die Krankenhäuser in Ehingen, Blaubeuren und Langenau auszugleichen. Seiffert bereitete die Kreisräte darauf vor, dass diese auch in den kommenden Jahren auf Unterstützung angewiesen sein werden.

Wolfgang Neumeister, Geschäftsführer der kreiseigenen ADK GmbH für Gesundheit und Soziales, führte die Gründe für das Minus aus: "Wenn der Bundesinnenminister eine Tariferhöhung durchsetzt, der Gesundheitsminister sich aber weigert, die zu bezahlen, dann haben wir ein Problem." Eine Million Euro groß sei "das Problem" für die drei Kliniken im Jahr 2012, sagte Neumeister. "Da muss man politisch diskutieren, welchen Wert Gesundheit bei uns hat." Für 2013 rechnet er bei den Kliniken mit einem Zuschussbedarf von knapp 3,9 Millionen Euro: Davon entfallen 200 000 Euro auf der Kreiskrankenhauses Blaubeuren, 550 000 Euro auf die Geriatrische Rehabilitationsklinik in Ehingen und knapp 1,54 Millionen Euro auf das dortige Krankenhaus, sowie 1,6 Millionen für die Klinik in Langenau. Die Personalkosten seien ein großer Kostenfaktor, sagte Neumeister. Stand Oktober 2012 waren bei der Unternehmensgruppe 1783 Menschen beschäftigt, die Kosten für deren Löhne und Gehälter belaufen sich im Jahr 2013 auf knapp 61,8 Millionen Euro. Darin seien die Tariferhöhungen eingerechnet.

Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern habe sich von knapp 15 000 im Jahr 2006 auf inzwischen 17 500 erhöht. "Das ist in der heutigen Zeit eine ordentliche Steigerung", sagte Neumeister. Er erwähnte auch, dass die Geriatrische Reha-Klinik in Ehingen zu 96 Prozent ausgelastet sei. "Bei 85 Prozent spricht man schon von Vollbelegung." Dennoch werde die Einrichtung mit 35 Plätzen nicht wirtschaftlich zu führen sein. Damit auch künftig Patienten in die Kliniken kommen, wird weiter investiert. Dies bezuschusst der Kreis im Jahr 2013 mit 6,35 Millionen Euro:

In Ehingen wird die Ambulanz für knapp eine Million Euro in eine Notaufnahme umgebaut. Weil sich die Ärzte immer mehr spezialisieren, die medizinischen Abläufe immer komplexer werden, sei es für Patienten einfacher, wenn die Ärzte zur Diagnosestellung zu ihnen in die Notaufnahme kommen, statt sie zu ihnen in deren Abteilungen, sagte Neumeister. Der Ausschuss empfahl einstimmig, dem Teilhaushalt zuzustimmen.

In Blaubeuren ist geplant, das Bettenhaus aufzustocken und Stationen zusammenzulegen: für 2,28 Millionen Euro. Auch, weil die Patientenzahlen deutlich gestiegen sind. In Langenau soll für rund 1,3 Millionen Euro eine interdiszplinäre Intensivstation gebaut werden. Diese sei nötig, weil es dort inzwischen eine Hauptabteilung Innere Medizin gebe und die Chirurgie auf große Akzeptanz stoße.