Ehingen/Ulm / CHRISTINA KIRSCH  Uhr

Ich liebe das Rampenlicht“, sagt Kinga Dobay, und man glaubt es ihr sofort. An einem ganz normalen Werktag geht die Sängerin  perfekt geschminkt zum Einkaufen und trägt als Gesanglehrerin ein Kleid, mit dem sie sofort auf jeder Bühne stehen könnte. Kinga Dobay ist ein Temperamentsbündel und auf vielen Bühnen unterwegs: In der laufenden Spielzeit ist sie unter anderem in der historischen Stadthalle Wuppertal mit Rossini, im Gewandhaus Leipzig mit Chansons der 1930er Jahre sowie im Festspielhaus Recklinghausen mit einem Brecht-Weill-Programm zu erleben. In der Saison 2017/2018 debütierte sie in der Laeiszhalle in Hamburg und in der Berliner Philharmonie. In Ehingen war Kinga Dobay bei den Jazztagen mit Duke Ellingtons „Sacred Concert“ zu hören und übernahm die Altpartie in Mendelssohns Lobgesang sowie in Bachs Weihnachtsoratorium in Ulm.

Sie spricht sieben Sprachen

Zudem unterrichtet Kinga Dobay seit 2016 an der Ehinger Musikschule Gesang. Mittlerweile hat sie zwölf Schülerinnen und drei Schüler. Die Ehingerin Franziska Geprägs, die den ersten Preis beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ erzielte, begleitet sie nun bis auf Bundesebene in Halle/Saale im Fach „Solo Popgesang“. „Ich fühle mich sehr wohl in Ehingen“, sagt die gebürtige Siebenbürgerin, die als deutsch-ungarische Kosmopolitin auf der ganzen Welt unterwegs ist und sieben Sprachen spricht.

Diese Weltgewandtheit und zwei akademische Ausbildungen im Operngesang und im Musicalfach kommen ihr auch bei einem anderen Engagement zugute:  Seit 2016 hat sie einen Vertrag mit der Gesellschaft, die das Kreuzfahrtschiff Amadea auf See schickt. „Auf diesem Schiff reist dann manchmal das Drehteam des ZDF mit und dreht die Serie „Das Traumschiff“, erzählt Kinga Dobay. Die Sängerin hat dort regelmäßig ein Engagement und weilt mit ihrem Mann Alexander Schröder für jeweils zwei Wochen auf dem Schiff. „Wir lieben das“, sagt sie. Das Schiff sei nicht sehr groß und befördere nur 600 Gäste, mit denen man bald bekannt werde. „Wir lassen uns gerne ansprechen, das gehört dazu“, sagt Kinga Dobay. Es strahle auf die Gäste aus, „dass es uns gefällt, nett zueinander zu sein“, sagt sie lachend. Man erfahre viel Privates von den Gästen und höre mal traurige, mal witzige Geschichten, berichtet die Sängerin, die so gar nichts Divenhaftes hat. Ihr Mann ist Tenor und war sieben Jahre als Solist am Theater Ulm. Beide treten auf dem Schiff mit Opern- und Operetten sowie Chansonabenden auf.

Im Januar fuhr die „Amadea“ die Route Dubai–Oman–Indien–Sri Lanka–Myanmar, und das ZDF-Team war mit an Bord. „Dann klopfte es eines Abends bei mir an der Kabinentüre und sie machten mir ein Vertragsangebot für einen Auftritt in der Fernsehserie“, erzählt Dobay. Mitarbeiter des ZDF waren ohne Wissen der Sängerin in der Vorstellung gewesen und engagierten sie für einen „Traumschiff“-Auftritt.

Harald Schmidt am Klavier

Am Klavier begleitet der Entertainer Harald Schmidt die Sängerin. Während die beiden singen und spielen, tauschen zwei Schauspieler verliebte Blicke aus und der Fernsehzuschauer wird Zeuge einer Romanze. „Wir haben vier Stunden für einen einminütigen Auftritt gedreht.“

Sportlich und musikalisch

Kinga Dobay kommt aus einer sportlichen und musikalischen Familie. Ihre Mutter ist Violinistin und ihr Vater nahm 1960 an den Olympischen Spielen in Rom als Läufer teil. Der Großvater Stefan Dobay war zudem ein bekannter Fußballer, der als Stürmer 1930 und 1934 an den Fußball-Weltmeisterschaften teilnahm und in jedem Spiel ein Tor machte. Seine Enkelin Kinga hat sich ganz der Musik verschrieben. Die Mezzosopranistin studierte zwölf Jahre Oper, Operette, Chanson und Musical. Sie lebte unter anderem in Madrid, in Florenz und in Tokio. Ihre Muttersprache ist ungarisch. Ihre Aufenthalte in Ehingen nutzt sie auch immer „zum Pauken“ neuer Rollen. So schauen etwa Noten und eine Bert-Brecht-Biographie aus ihrer Tasche. „In Ehingen kann ich so etwas in Ruhe machen“, sagt sie und singt sich warm.

Zuschauer reisen mit nach Sambia

Serie In der Oster-Folge „Sambia“, die am Sonntag (21. April, 20.15 Uhr) läuft, steuert „Das Traumschiff“ Afrika an. Kapitän Sascha Hehn ist nicht mehr an Bord, und Florian Silbereisen als Nachfolger noch nicht da: So steuert Daniel Morgenroth das „Traumschiff“ nach Sambia. Kinga Dobay, die in dieser Folge zu sehen und zu hören ist, wird am 18. Mai, dem Tag der Offenen Türe der Musikschule Ehingen, mit einer öffentlichen Unterrichtsstunde vertreten sein (15 bis 17 Uhr). Zudem treten sie und ihre Musical-AG auf dem Ehinger Festival „Interim“ auf. kir