Landwirtschaft Hagel besucht Bauer Werner: Biogas aus Gülle, Sorge um Milchpreis

Griesingen / Rainer Schäffold 11.02.2019
Milchwirtschaft, Kälberaufzucht und Bullenmast betreibt der Betrieb Werner in Griesingen, den Manuel Hagel am Montag besucht hat.

Sie geben sich viel Mühe für das Tierwohl“, lobte der Politiker die Landwirte. Landtagsabgeordneter Manuel Hagel sprach damit am Montag bei seinem Besuch  beim landwirtschaftlichen Betrieb Werner in Griesingen unter anderem die moderne Viehhaltung an. 70 Kühe halten Franz und Christian Werner in dem im Jahr 2000, weitgehend in Eigenleistung, erbauten Stallgebäude im Außenbereich, 66 werden gemolken.

Im Stall stehen Fleckvieh und Schwarzbunte, erfuhren die Gäste, auch Bürgermeister Oliver Klumpp war dabei. Eine Kälberaufzucht gehört ebenfalls dazu, die Jungkühe haben eigene Bereiche. Die Rinder genießen viel Auslauf, die Kälber werden unter anderem mit der Milch ihrer jeweiligen Mutterkuh großgezogen, an einer rotierenden Bürste können sich die Kühe kratzen –  sie ist bei den Tieren begehrt. „Unser Wellnessbereich“, wie Franz Werner scherzend anmerkte.

Sorgen um den Milchpreis

Die Werners teilten dem Abgeordneten, der dem Landwirtschaftsausschuss im Landtag angehört, auch ihre Sorgen mit. So bekämen sie die Schwankungen beim Milchpreis direkt zu spüren, gerade sei die Mitteilung gekommen, dass der Literpreis um 2 auf 38 Cent gesunken sei. „Am schlimmsten ist die Düngeverordnung“, sagte Christian Werner, die für kleinere Landwirte nur schwer zu realisieren sei. Als sehr sinnvoll erachtet er hingegen die Düngebedarfsverordnung, die die Menge des auszubringenden Düngers begrenzt.

Etwas mehr als 100 Hektar Land bewirtschaften die Werners, davon rund 80 Prozent Ackerland. Auf dem Hof im Ortszentrum, gegenüber des Rathauses, betreiben sie noch eine Bullenmast mit 48 Plätzen. Für dieses Jahr planen die Landwirte den Bau einer Biogasanlage östlich des Stallgebäudes. Die so genannte Gülleveredelungsanlage verwendet allein Gülle und verzichtet auf Mais oder andere pflanzliche Rohstoffe.

Erste Station des Besuchers war zuvor die Mehrzweckhalle gewesen. Seit längerem plant die Gemeinde, wie berichtet, eine Erweiterung. Nach Gesprächen mit den Hauptnutzern der Halle, dem Sport- und dem Musikverein, zeichne sich nun eine Lösung ab. Von der ursprünglichen Idee mit einem Anbau an die Halle, den beide Vereine nutzen könnten, sei man abgekommen, die Vereine hätten sich für andere Lösungen ausgesprochen

Halle: Kostenrahmen bleibt

Architekt Herbert Schulz habe nun einen Plan erarbeitet, der den Anliegen beider Vereine gerecht werde, sagte Bürgermeister Oliver Klumpp. Der Plan werde nun im Gemeinderat zunächst in nichtöffentlicher Sitzung beraten, danach könne auch die Öffentlichkeit informiert werden. Der ursprünglich angesetzte Kostenrahmen von rund 700.000 Euro für die Erweiterung könne eingehalten werden, sagte Klumpp.

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Abstecher am Plattenspurweg

Bestandsaufnahme „55 andere Bürgermeister haben auch ihre Anliegen“, so sagte Oliver Klumpp bei einem Abstecher mit Manuel Hagel zum maroden Plattenspurweg südlich von Griesingen. Gleichwohl hofft Klumpp auf Unterstützung Hagels für einen Antrag aus dem Ausgleichstock. Wie berichtet hatte ein Planer eine Bestandsaufnahme erstellt und Kosten von rund 225.000 Euro für die Sanierung des Weges ermittelt. Der Gemeinderat war übereingekommen, darüber erst nach eventuellen Zuschussbescheiden zu befinden. Die Landwirte Franz und Christian Werner betonten nochmals die Bedeutung des 530 Meter langen Weges für die Landwirtschaft. ff

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