Unterwachingen und Emerkingen / Andreas Hacker Mit der Bitte um Aufmerksamkeit reagieren Bürgermeister und Pfarrer auf Vorfälle am Kunstpfad und in einer Kapelle.

Es ist einer der schönsten Blicke im Alb-Donau-Kreis: Von dem Feldweg auf der Anhöhe zwischen Unterwachingen und Hausen sieht man ein Rundum-Panorama vom Bussen über St. Cosmas und Damian in Unterwachingen, Emerkingen mit Römerturm, Rottenacker und Munderkingen. „Da hat es immer Leute“, erzählt Hans Rieger, Bürgermeister von Hausen und Unterwachingen, über den Kunstpfad mit Skulpturen von Alois Assfalg, der zunächst auf der Höhe und dann entlang des von Birken gesäumten Tobelbachs in Richtung Oberwachingen verläuft.

Jetzt hat irgend jemand eines dieser Kunstwerke beschädigt. Vor drei Jahren hatte Assfalg seine Arbeit „Nur Versager führen Krieg“ vom Garten an der Kirchgasse in Unterwachingen umgesiedelt an den Rand seines Ackers an dem Wanderweg auf der Anhöhe. Und Betrachter konnten in dem mit europäischen Symbolen eingerahmten Spiegel auf der Rückseite nicht nur die Landschaft sehen, sondern auch sich selbst und sich dann den Fragen stellen, mit denen Assfalg für mehr Toleranz und Miteinander im Umgang mit Flüchtlingen und Ausländern werben will: „Was haben die uns getan? Heute die! Morgen wir?“ Auf der anderen Seite bezieht Assfalg klar Position: Nur Versager führten Kriege, kluge Menschen verhandelten und brächten es zu Wohlstand.

Nun ist der Spiegel zertrümmert, die dritte Beschädigung in der jetzt vierjährigen Geschichte des Kunstpfads, den der heute 70-Jährige mit der Skulptur Alzheimer begonnen hatte. Assfalg hat sich deshalb mit Bürgermeister Rieger besprochen und den Vorfall bei der Polizei in Munderkingen angezeigt. Und Rieger macht die Tat, die in der Nacht vom 1. auf den 2. März geschah, mit einem Aufruf im Gemeindeblatt öffentlich. „Vielleicht bekommen wir den einen oder anderen Hinweis“, sagt der Bürgermeister, „vielleicht führt das ja auch zu größerer Aufmerksamkeit, das kann ja auch schon helfen.“

Mit Mutmaßungen über mögliche Täter halten sich Bürgermeister wie Kunstschaffender betont zurück. Ihnen geht es um den Pfad, um seine Botschaften, die Assfalg leidenschaftlich in Skulpturen umsetzt, und darum, dass man daheim vielleicht mal darüber redet. „Auch das könnte ja den einen oder anderen davon abhalten, hier etwas kaputt zu machen“, hofft Assfalg.

Weihwasser ausgeschüttet

Auf Öffentlichkeit setzt auch Pfarrer Dr. Thomas Pitour bei zwei Vorfällen in den vergangenen Wochen in der Wolfgangskapelle in Emerkingen. Dort sind zunächst alle Opferlichter auf den Kerzenständern und die Altarkerzen angezündet worden und alle Streichhölzer wurden mitgenommen, dann sind am vergangenen Wochenende die Kerzen wieder angezündet worden, das Weihwasser wurde ausgeleert und Christbaumkugeln, die auf der Empore gelagert waren, wurden gestohlen, manche zerstört.

Mit Gabriele Hummel, der zweiten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, appelliert Pitour an die Vernunft der Unbekannten: Die Kapelle, die auch Station des oberschwäbischen Pilgerwegs ist und mit dem Gnadenbild „Sieben Zufluchten“ im barocken Hochaltar eine Besonderheit hat, sei ein Ort der Ruhe und des Gebets. Deshalb soll sie auch offen bleiben. Auch Pitour bittet um Aufmerksamkeit bei den Nachbarn wie bei den Besuchern und hofft, dass dieser Appell ähnlich wirksam wird wie einst die Ermahnung vor ein paar Jahren, als in der Munderkinger Stadtpfarrkirche ebenfalls die Kerzen angezündet worden waren und die Polizei dann Jugendliche ermitteln konnte.

Annitta Bröckel-Lison nimmt als Rollstuhlfahrerin am Umzug teil. Ein Besuch bei einer Frau, für die manches unerreichbar ist.

Die Donautalbahn brachte Allmendingen vor 150 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg. Das zeigt eine Ausstellung im Bürgerhaus.