Rückblick Zeitung in sechs Sprachen hergestellt

1993 schaute ein Fernsehteam in der Redaktion in Ehingen vorbei. Der Grund: Gymnasiasten hatten mit Hilfe der Journalisten eine Projektzeitung erstellt, die Beiträge in sechs Sprachen enthielt.
1993 schaute ein Fernsehteam in der Redaktion in Ehingen vorbei. Der Grund: Gymnasiasten hatten mit Hilfe der Journalisten eine Projektzeitung erstellt, die Beiträge in sechs Sprachen enthielt. © Foto: Dieter Bruckbauer
Ehingen / Von Corinna Jirmann 28.06.2018

Vor 25 Jahren

Ende Juni 1993 fand die Gründungsversammlung des Partnerschaftsvereins Ehingen statt. Noch an dem Abend im „Schwert“ traten von den rund 100 Besuchern 56 gleich dem neuen Verein als Mitglieder bei. Kommissarischer Vorsitzender bis zur ersten Hauptversammlung im Herbst wurde Dr. Wolf Brzoska. Der Verein wolle städtepartnerschaftliche Aufgaben anregen und weiterentwickeln, insbesondere die zur ungarischen Partnerstadt Esztergrom. Ziele seien Beiträge zur Völkerverständigung und die Pflege direkter Kontakte mit Bürgern anderer Staaten.

Ein beispielhaftes Projekt von Ehinger Gymnasiasten und unserer Redaktion in Ehingen neigte sich einem erfolgreichen Ende zu: Dank viel Vorarbeit der Elft- und Zwölftklässler unter Leitung ihres Lehrers Wolfgang Bohusch und zweitägiger Mithilfe der Journalisten war eine Projektzeitung in sechs verschiedenen Sprachen entstanden. Kurz vor der Druckreife, beim letzten Feinschliff, kam sogar ein Fernsehteam des Süddeutschen Rundfunks vorbei und filmte in der Redaktion für einen Beitrag abends in der Sendung „Landesschau“. Als eine von vier Schulen in Baden-Württemberg hatte das Gymnasium an der Zeitung mitgewirkt, an der zudem Schulen aus Frankreich, Spanien und Italien beteiligt waren. Aus Ehingen kamen Beiträge auf Deutsch, Englisch und Türkisch. Auch dieses Projekt diente hauptsächlich der Verbesserung der Völkerverständigung. Inhaltlich reichte die Bandbreite vom Thema Ausländer über Comics und Gedichte bis zu Kochrezepten der jeweiligen Nationen – da durften die Kässpätzle natürlich nicht fehlen.  

Mit ihrem Wunsch nach einem Sozialarbeiter an der Michel-Buck-Schule konnten damals Eltern und Lehrer trotz ausführlicher Begründung bei der Stadt Ehingen nicht durchdringen. Der Antrag von Eltern- und Lehrerkonferenz wurde nach längerer Diskussion im Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderates abgelehnt. Dass es aus mehreren Gründen zunehmend Bedarf für einen Sozialarbeiter gebe, wolle man gar nicht bestreiten, doch sei dafür nicht die Stadt zuständig, sondern andere. Als Beispiele nannte OB Johann Krieger das Elternhaus, die Schule sowie das Land, das die Richtlinien für die Lehrerausbildung festlege.

Vor 50 Jahren

Das Gau-Kinderturnfest des Ulmer Turngaus wurde vor 50 Jahren im Schelklinger Längental ausgetragen. Und so kamen rund 800 turnbegeisterte Kinder zum Sportgelände des TSV Schelklingen, wo sie von den Schelklinger Kindern mit einem Morgengesang begrüßt wurden, bevor es mit der Leichtathletik los ging. Die Sportanlage sei ideal für den „sportlichen Massenansturm“ geeignet und so verliefen die Wettkämpfe reibungslos mit guten Resultaten für die Schelklinger, aber auch für die Allmendinger und Öpfinger Teilnehmer, hieß es.  Der Höhepunkt am Nachmittag war dann ein feierlicher, farbenprächtiger Festumzug durch die Stadt, der es mit jenem des deutschen Turnerfests in Berlin locker aufnehmen könne, war in dem Bericht zu lesen.

Die Gemeinde Schmiechen hatte damals Schwierigkeiten mit dem Trinkwasser. Wie aus einem Schreiben des Gesundheitsamtes zu erfahren war, seien in Schmiechen in jüngster Zeit vermehrt Durchfallerkrankungen aufgetreten. Mehrere Trinkwasserproben – auch vom Wasserwirtschaftsamt – hätten ergeben, dass sich Coli-Bakterien im Wasser befänden. Der Einbau einer Chlorierungsanlage sei daher dringend erforderlich, hieß es in der Ortschaftsratssitzung zum Thema.

Was die Welt vor 50 Jahren bewegte

Cool und clever Stolze 35 Prozent mehr Lohn forderten vor 50 Jahren die britischen Eisenbahner, doch statt dafür zu streiken, fiel ihnen etwas viel besseres ein: Sie hielten sich so exakt an ihre Arbeitsvorschriften, dass dadurch der Eisenbahnverkehr fast ganz zum Erliegen kam. Jeder Eisenbahner besaß eine Arbeitsanleitung mit knapp 280 Vorschriften, deren peinlich genaue Umsetzung sämtliche Fahrpläne durcheinanderbrachte. So konnten sich Lokführer, die auch nur den geringsten Mangel an ihrer Maschine feststellten, beispielsweise weigern, loszufahren. Oder sie konnten bei einem Warnsignal so sehr das Tempo drosseln, dass sämtliche Anschlüsse verpasst wurden. Auch das genaue Überprüfen der sicheren Verwahrung von Gepäck in den Gepäcknetzen benötigte Zeit – zu viel Zeit. Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit der Eisenbahner habe daher niemand, hieß es. jir

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