Untermarchtal Wolf verspürt Aufbruchstimmung in der CDU

Noch Landtagspräsident, bald CDU-Spitzenkandidat: Guido Wolf (links) gehörte zu den Rednern beim Neujahrsempfang von Karl Traub.
Noch Landtagspräsident, bald CDU-Spitzenkandidat: Guido Wolf (links) gehörte zu den Rednern beim Neujahrsempfang von Karl Traub. © Foto: Jürgen Emmenlauer
Untermarchtal / ANDREAS HACKER 10.01.2015
Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) ist schon auf Wahlkampf eingestimmt. "Wir haben Großes vor", sagte er beim Neujahrsempfang von Karl Traub.

Es war ein Heimspiel für den Gast aus Stuttgart, der in zwei Wochen, auf dem Landesparteitag im Ulmer Congress Centrum, zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl 2016 gewählt werden soll. "Ich kann kämpfen", sagte Landtagspräsident Guido Wolf beim Neujahrsempfang des CDU-Landtagsabgeordneten Karl Traub in der Gemeindehalle in Untermarchtal. Hunderte von Besuchern waren gekommen, darunter viele Mandatsträger und Parteimitglieder, die Wolf beim Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur unterstützt hatten. "Danke dafür, wie Sie mich getragen haben", sagte Wolf und bat auch für den kommenden Landtagswahlkampf um Zusammenhalt in der CDU: "Das, was wir im März 2016 erreichen wollen, beginnt jetzt."

Wolf sieht zu Jahresbeginn Aufbruchstimmung und Optimismus in der Partei und setzt auf Humor: "Ohne den würde ich es in der Politik gar nicht aushalten." Inhaltlich betont er Zukunftsthemen: Bildungspolitik und Digitalisierung. In den Schulen müsse wieder mehr auf Qualität geachtet und weniger über die Struktur diskutiert werden, und beim Breitband will er Baden-Württemberg zur Speerspitze der Digitalisierung machen: Glasfaser für alle müsse zur Regel werden.

Jenseits von Wachstum und Konsum hält Wolf Solidarität, Toleranz und Teilhabe für wichtig, sieht aber auch die Gefahr des Überziehens: Falsch verstanden sei Solidarität, wenn ein starkes Land durch den Finanzausgleich auf das Niveau anderer heruntergezogen werde. Falsch sei es, aus vermeintlicher Toleranz Weihnachtsmärkte in "Wintermärkte" umzubenennen, und schädlich sei, wenn Stillstand oder Rückschritt die Folgen ausufernder Bürgerbeteiligung wären.

Für Karl Traub gab es von Wolf viel Anerkennung: "Er hat für seinen Wahlkreis immer mit Herzblut gekämpft." Der 73-Jährige selbst wiederholte dann öffentlich, was er parteiintern schon angekündigt hatte: dass er bei der Landtagswahl 2016 nicht mehr antreten wird. "Ich denke, Sie haben Verständnis dafür." Am 27. März habe er mit 51,4 Prozent das höchste Wahlergebnis in Baden-Württemberg erzielt und am 11. Mai den Landtag als Alterspräsident eröffnet. Das sei das Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung gewesen, für die er sich bedanke. Und Traub ergänzte: "Ein alter Spruch besagt, man soll auf dem Höhepunkt aufhören. Das werde ich in knapp eineinhalb Jahren auch tun."

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