Migration Wohnungen sind gesucht

Der Arbeitskreis Migration Alb-Donau tagte in der Oberschaffnei in Ehingen (von links): Ursula von Helldorff, Andrea Schilling, Peter Bausenhart, Heiner Scheffold und Josef Barabeisch.
Der Arbeitskreis Migration Alb-Donau tagte in der Oberschaffnei in Ehingen (von links): Ursula von Helldorff, Andrea Schilling, Peter Bausenhart, Heiner Scheffold und Josef Barabeisch. © Foto: Julia Deresko
Ehingen / Julia Deresko 26.01.2018

Veränderungen im Bereich des Wohnens waren ein weiteres Thema in der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Migration Alb-Donau, die am Mittwoch in der Oberschaffnei in Ehingen stattfand. Wie berichtet, gehen die Zahlen der ankommenden Geflüchteten seit Dezember 2016 zurück. 20 bis 30 Menschen werden laut Landrat Heiner Scheffold dem Alb-Donau-Kreis derzeit monatlich zugewiesen. Deshalb wurden im vergangenen Jahr neun Unterkünfte in sieben Gemeinden im Alb-Donau-Kreis geschlossen. Sechs weitere werden dieses Jahr folgen, sagte Scheffold, der jedoch mit dem Hinweis auf laufende Verträge keine näheren Angaben zu den Orten machte.

Im Alb-Donau-Kreis leben derzeit 118 unbegleitete Minderjährige, berichtete Josef Barabeisch, Leiter des Dezernats Jugend und Soziales im Landratsamt Alb-Donau-Kreis. „80 bis 90 Personen werden dieses Jahr volljährig.“ Nur ein kleiner Teil bleibe somit in Familien. Damit stelle sich die Frage nach Wohnraum: „Wir suchen Wohnungen“, sagte Barabeisch mit der Bitte, diese Information weiter zu tragen.

 Eine weitere Änderung betrifft die finanzielle Förderung mit der die Helferkreise vom Landkreis unterstützt werden. Künftig sollen nicht mehr wie im vergangenen Jahr 1000 Euro pauschal pro Helferkreis gezahlt werden. Die Förderung erfolge nun bedarfsbezogen, wie Barabeisch erklärte. Ausgaben müssen belegt werden, erst dann erfolge die Zahlung.

Im vergangenen Jahr waren 43 Helferkreise im Alb-Donau-Kreis tätig, wie von Peter Bausenhart, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Migration zu erfahren war. An diese sind 43 000 Euro geflossen, berichtete Kassiererin Andrea Schilling. Helferkreise, die sich mittlerweile aufgelöst haben, hätten das Geld wieder zurücküberwiesen. „Einzelhilfe ist bei uns ein großes Thema“, sagte Andrea Schilling. Derzeit seien 5600 Euro auf dem Konto und damit „Luft“  für weitere Einzelfallhilfen. Der Antrag müsse von einem hauptamtlichen Helfer gestellt werden, fügte Josef Barabeisch hinzu.

Oliver Queck, Gründer und Geschäftsführer von „Jobkraftwerk“, hat ein Programm für digitales Integrationsmanagement für Gemeinden, Städte und Landkreise vorgestellt. Mithilfe dieses Tools können verschiedene Akteure miteinander verbunden werden. Geflüchtete können auf der Plattform einen Lebenslauf erstellen, darauf können dann verschiedene Akteure wie Integrationsmanager und Arbeitgeber, mit Zustimmung der Betroffenen, zugreifen. Die Nutzung dieser Dienstleistungen würde den Landkreis jährlich 30 000 Euro kosten. Die Entscheidung darüber steht noch aus.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel