Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden sei äußerst schwierig gewesen und erfolglos geblieben, sagte der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Obermarchtal/Reutlingendorf den Mitgliedern im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Hauptversammlung. Und deshalb konnte Anton Röller, der angekündigt hatte, jetzt aufzuhören, am Montagabend keinen Kandidaten präsentieren – mit Ausnahme des bisherigen Stellvertreters Willi Schrodi, der sich um dieses Amt nicht wirklich riss. Er sei 69 Jahre alt und könne den Vorsitz allein auf sich gestellt nicht so engagiert besetzen wie sein Vorgänger, sagte Schrodi. Doch weil er den Ortsverband nicht hängen lassen wollte, sprang er in die Bresche und stellte sich zur Wahl.

Da nun Schrodi an die Spitze gewählt wurde, musste auch ein neuer Stellvertreter gefunden werden. Der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der Landes-CDU, Manuel Hagel, schlug den 24-jährigen Studenten und Kreistagskandidaten Michael Klocker vor, der bereits die Junge Union in der Verwaltungsgemeinschaft leitet. „Wir brauchen alte Hasen und junge Füchse. Dieser Ortsverband muss auf junge Köpfe und frische Ideen setzen“, appellierte Hagel. Klocker stellte sich zur Wahl, schränkte aber ein, dass er noch nicht absehen könne, wie es beruflich mit ihm weitergeht.

Weiterhin bleiben Helmut Geiselhart als Schriftführer und Klaus Stöhr als Kassierer im Amt. Als Beisitzer wurden Alfons Förderer, Walter Stützle, Karl Faad senior und Wolfgang Buck gewählt. Wie aktiv der CDU-Ortsverband Obermarchtal/Reutlingendorf am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, zeigte sich anhand der abgegebenen Berichte. Insbesondere die Radtour durch die Verwaltungsgemeinschaft, die jedes Jahr von Anton Röller organisiert und veranstaltet wird, erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Der traditionelle Christbaumverkauf verlief jedoch 2017 nur noch mäßig, so dass er 2018 ganz eingestellt wurde.

Romy Wurm, Bürgermeisterin in Rechtenstein, übernahm die Entlastung und hob die vorbildliche Kassenführung von Klaus Stöhr hervor, der vor 22 Jahren die Kasse mit 175 Mark übernommen hatte und mittlerweile einen Kassenstand von 11 683 Euro präsentieren konnte.

Die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer betonte die Wichtigkeit einer ordentlichen Ortsverbandsführung und dankte Röller für sein enormes Engagement während der vergangenen 27 Jahren. Sie ging in ihrem Grußwort auf die Kommunal- und Europawahlen ein und sagte zur Frage, was für ein Europa die CDU denn wolle: „Kein Vaterland Europa, sondern ein Europa der Vaterländer“. Was vor Ort entschieden werden könne, müsse auch dort entschieden werden.

Manuel Hagel richtete seinen Blick auf das politische und gesellschaftliche Ehrenamt: „Beide stiften ein kulturelles Miteinander und gehören zusammen.“ Wer für die CDU kandidiere, bringe seine Haltung zum christlichen Menschenbild zum Ausdruck. Dies sei das Ur-Alleinstellungsmerkmal der Christdemokraten und werde nirgends konkreter als hier. „Wir brauchen Kommunalpolitiker, die aus diesem christlichen Menschenbild heraus handeln. Anton Röller ist so einer.“

Im Rahmen der Versammlung wurden auch langjährige CDU- Mitglieder geehrt. Paul Burgmayer gehört seit 60 Jahren der CDU an, konnte jedoch nicht anwesend sein. Hermann Branz zählt zu den Gründungsvätern des CDU-Ortsverbandes und wurde für 50 Jahre geehrt.

Das könnte dich auch interessieren:

Heimatverein Berkach Max Leicht hört auf

Berkach

CDU-Verdienstmedaille für Anton Röller


Würdigung Anton Röller war 27 Jahre lang Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Obermarchtal/Reutlingendorf. Für den CDU-Kreisvorsitzenden Paul Glökler bedeutet Röllers Abschied eine Zäsur: „Über all die Jahre hinweg hat er den Ortsverband mustergültig geführt. Er war ein kritischer Begleiter, hat aber immer mit seiner offenen Art einen anständigen Ton und Umgang gepflegt“, sagte Glökler. Über die Maßen habe sich Röller auch als Mitglied des Kreistages und des Gemeinderates engagiert, dafür stehe ihm nun die Verdienstmedaille der CDU zu. Der neue Ortsverbandsvorsitzende Willi Schrodi dankte Anton Röller mit einem Reisegutschein: „Was du gemacht hast, war hervorragend.“ Blumen gab es für Hildegard Röller, die den Vorstand bei dessen Zusammenkünften im Hause Röller „immer hervorragend verköstigt“ habe.