Wer durch Deutschland fährt, kann immer wieder auf Fassaden und Dächer treffen, die ein Ehinger Unternehmen hergestellt hat. Die Firma Banderitsch ist bundesweit tätig. Ob das Familienministerium in Berlin oder aktuell das größte Einkaufszentrum in Baden-Württemberg, das "Milaneo" in Stuttgart - die Metallfassaden stammen vom Unternehmen aus der Berkacher Straße. Firmenchef Peter Banderitsch, 53, und sein Sohn, Spenglermeister Andreas Banderitsch, 27, haben Hunderte von Fotos parat, die die Fassaden und Dächer in der ganzen Republik zeigen, die ihr Betrieb hergestellt hat. Auch in Holland oder der Schweiz ist das Unternehmen tätig.

Das "Milaneo" sei zwar wegen seiner prestigeträchtigen Lage mitten in Stuttgart etwas Besonderes - aber es sei längst nicht die größte Fassade, die seine Firma gebaut habe, sagt Peter Banderitsch. Die Außenfläche des Hochregallagers der Firma Kärcher in Obersontheim (Kreis Schwäbisch Hall) umfasste etwa 50.000 Quadratmeter, am "Milaneo" verkleiden Banderitsch-Mitarbeiter dagegen nur rund 4000 Quadratmeter. Doch die Baustelle in Stuttgart sei technisch anspruchsvoll, sagt Andreas Banderitsch - kaum eine einzige 90-Grad-Ecke gebe es an dem Gebäude.

Aber auch ganz nahe in der Region baut das Unternehmen Beeindruckendes: Für die Firma Schwenk Zement in Allmendingen hat Banderitsch etwa die aufwendige Metallhülle für die Gesteins-Mischanlagenhalle gefertigt. Solche Aufträge aus der Region seien wichtig, sagt Ursula Banderitsch, die die Buchhaltung in der Firma leitet. Auch kleine Gewerke hätten ihre Berechtigung.

Insgesamt 60 Mitarbeiter hat die Firma. In der Halle in der Berkacher Straße sind allerdings nur wenige zu sehen - in zehn Kolonnen aufgeteilt sind die Banderitsch-Fachleute im Bundesgebiet unterwegs, um die Fassaden und Dächer zu montieren. Bei der Kommunikation setzt die Firma auf neueste Technik: So werden über eine Webseite im Internet Aufträge verwaltet, die Bauleiter schicken Materialanforderungen per Foto-Kurzmitteilung über das Smartphone in die Ehinger Zentrale. Peter Banderitsch betont, wie wichtig ihm seine Mitarbeiter seien - es gebe kaum einen Wechsel, viele seien schon seit Jahrzehnten dabei. Kern des Unternehmens ist die Familie - und die war auch entscheidend, als das Unternehmen 2005 ohne eigene Schuld in eine ernste Krise geriet. Ein Großkunde hatte damals überraschend Insolvenz angemeldet und zahlte offene Rechnungen nicht. Die Familie und die guten Mitarbeiter seien damals entscheidend gewesen, sagt Peter Banderitsch. Alle halfen zusammen, den Verlust auszugleichen.

Das hat geklappt, die Firma steht heute gut da. Führend sei sie in ihrem Bereich in Deutschland, sagen einige. Mächtige Baufirmen wie Züblin vertrauen auf die Kompetenz aus Ehingen und lassen Fassaden wie die des "Milaneo" von dem Unternehmen fertigen. Als Plus erweist sich die Lage in der Berkacher Straße - Eloxal ist gleich um die Ecke, dort werden viele der Fassadenteile beschichtet.

Peter Banderitsch hat in diesem Jahr eine neue Blechverarbeitungs-Maschine für 350.000 Euro angeschafft und eine neue Lagerhalle hinter dem Firmengebäude gebaut. Die Firma will weiter investieren - es dürften also in Zukunft noch einige Fassaden und Dächer mit Ehinger Know-How in ganz Deutschland gebaut werden.