Nachhaltigkeit Ehinger Reparatur-Café: Werkeln statt wegwerfen

Bernhard Mittl (rechts) erklärte Interessierten in der Oberschaffnei, wie ein Reparatur-Café funktioniert.
Bernhard Mittl (rechts) erklärte Interessierten in der Oberschaffnei, wie ein Reparatur-Café funktioniert. © Foto: Julia Deresko
Ehingen / Julia Deresko 27.06.2018
Im Ehinger Reparatur-Café bekommen kaputte Gebrauchsgegenstände eine zweite Chance.

Schon in der ersten Runde saß geballte Kompetenz mit am Tisch. Elf Interessierte, darunter ein Kfz-Mechaniker, ein Elektriker- und ein Uhrmachermeister, hatten sich am Mittwoch in der Oberschaffnei eingefunden, um mehr über die jüngste Initiative der Lokalen Agenda – das Reparatur-Café – zu erfahren.  „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Sie sind die Basis – ohne Sie geht gar nix“, sagte Koordinator Bernhard Mittl, der mit Ursula von Helldorff über das Vorhaben informierte. Schließlich sollen von September an im Reparatur-Café in Ehingen fachkundige Helfer gemeinsam mit Besuchern  defekte Gebrauchsgegenstände reparieren. „Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe“, betonte Ursula von Helldorff.

Entspannte Atmosphäre

„Reparieren statt wegwerfen“ ist das Motto des Reparatur-Cafés. Statt auf dem Müll zu landen, erhalten Toaster und Kaffeemaschine, Fahrrad und Nähmaschine – wenn alles gut geht – ein zweites Leben. Dabei geht es auch um die Begegnung und auch darum, praktisches Wissen weiterzugeben. „Es ist eine entspannte Atmosphäre und man kommt miteinander gut ins Gespräch“, sagte Bernhard Mittl.

Der Untermarchtaler hat bereits Erfahrung im Ulmer Reparatur-Café gesammelt, das seit 2014 besteht. Bis 2017 habe es dort 2720 Anfragen gegeben und 1623 erfolgreiche Reparaturen. „Die Erfolgsquote liegt bei 75 Prozent“, sagte Mittl. „Dass so viel möglich ist, hätten wir nicht vermutet.“ Pro Termin seien in Ulm rund 17 Helfer vor Ort. „Nicht jeder muss alles können“, betonte er. Bezahlt wird für die Reparatur im Übrigen nichts. „Aber es gibt eine Spendenkasse“, sagte Mittl. „Jeder gibt, was er kann, und wenn jemand nichts hat, dann muss er nichts geben und sich auch nicht outen.“ Auch Kuchenspenden seien sehr willkommen.

In der Ehinger Runde waren viele Männer dabei, die bereits im Ruhestand sind und sich gerne sinnvoll betätigen wollen. Andere wiederum sind noch mitten im Berufsleben und würden gerne ihr Wissen weitergeben. „Es ist eine sinnvolle Sache“, sagte etwa Klaus Breymaier, Kfz-Mechaniker aus Rottenacker. „Vieles kann man doch reparieren.“ Auch zwei Frauen waren vor Ort: Elisabeth Waibel vom DRK will sich um die Anmeldungen und die anfallende Büroarbeit kümmern. Gabriele Rieder aus Öpfingen hat einst in einem Nähmaschinengeschäft gearbeitet und kann auf diesem Gebiet einen Beitrag leisten.

Eröffnung im September

Öffnungszeiten Das Reparatur-Café wird am 18. September in der Oberschaffnei eröffnet. Geöffnet ist dienstags von 15 bis 19 Uhr am 2. Oktober, 16. Oktober, 30. Oktober, 13. November, 27. November und 11. Dezember.
Das nächste Treffen für alle, die daran interessiert sind, mitzumachen, findet am Dienstag, 10. Juli, 15 Uhr, in der Oberschaffnei statt.
Das Projekt der Lokalen Agenda steht unter dem Dach des DRK. Weitere Infos: www.lokale-agenda-ehingen.de jad

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