Sie sind Tag und Nacht einsatzbereit, wenn Menschen in Not sind. Sie packen im Tafelladen mit an, kümmern sich um allein lebende Senioren oder halten im Hintergrund die Fäden in der Hand: Im DRK-Kreisverband Ulm sind etwa 800 Ehrenamtliche engagiert. Anlässlich des Weltrotkreuztags am 8. Mai stellen wir vier von ihnen vor.

Die Kreisbereitschaftsleiterin

Steffi Ludwar (51) ist seit acht Jahren Teil der regionalen Rotkreuz-Familie. Seit fünf Jahren übernimmt die Illerkirchbergerin als Kreisbereitschaftsleiterin große Verantwortung. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen; sie unterstützt und koordiniert die 22 DRK-Ortsvereine im Alb-Donau-Kreis bei ihrer Arbeit. Das bringt vielfältige Aufgaben mit sich: „Ich helfe bei der Vorbereitung von Großveranstaltungen, plane Sanitätsdienste für Konzerte, unterstütze die Einsatzeinheiten bei der Einsatzleitung und bin manchmal auch Mediatorin, wenn es in den Vereinen zu Streitigkeiten kommt“, sagt Steffi Ludwar.

In der Corona-Krise hat sie eine weitere Funktion übernommen: Als Leiterin des Einsatzstabs des DRK-Kreisverbands Ulm zeichnet sie für die Testung sämtlicher Verdachtsfälle im gesamten Alb-Donau-Kreis verantwortlich – nahezu ein Vollzeitjob. „Zur Zeit gibt es für mich kaum etwas anderes als das Ehrenamt“, sagt Ludwar. Aber auch in ruhigeren Zeiten investiert die gelernte Rettungssanitäterin rund 15 Stunden pro Woche in ihr Hobby DRK – und das gerne: „Der Zusammenhalt und das Miteinander sind bei uns einfach großartig.“

Die Rettungshundeführerin

Eva Uhlig (29) wohnt in Erbach. Zusammen mit ihrem Australian Shepherd „Blue“ (7) bildet sie seit gut einem Jahr ein geprüftes Rettungshundeteam für die Suche nach Vermissten in dicht bewachsenen Wald- und Freiflächen. Mit der Rettungshundebereitschaft Ulm/Alb-Donau-Kreis wird sie unter anderem dann alarmiert, wenn Kinder nicht vom Spielen nach Hause gekommen, Unfallopfer im Schock davongelaufen oder Bewohner aus Pflegeheimen plötzlich verschwunden sind.

Zur Rettungshundearbeit ist Eva Uhlig gekommen, weil sie ihren Hund artgerecht auslasten wollte. „Die Suche nach vermissten Menschen ist eine sinnvolle Aufgabe, die uns als Team zusammenschweißt“, findet sie. Gleichzeitig ist damit große Verantwortung verbunden. Denn: „Wo wir waren, sucht erst einmal niemand mehr“, sagt Uhlig. Ohne regelmäßiges Training geht es deshalb nicht: Zwei Mal pro Woche trainieren Hundeführerin und Rettungshund mehrere Stunden lang, 15 bis 20 Mal pro Jahr ist die Staffel in Einsätzen gefragt.

Der Bergretter

Dennis Brida (40) aus Blaustein ist stellvertretender Leiter der Bergwacht Blautal. Gemeinsam mit seinen Kameraden kommt er zum Einsatz, wenn Menschen am Fels oder in unwegsamem Gelände verunglückt sind. Zu den Aufgaben der Bergwacht zählen aber unter anderem auch Rettungseinsätze in Höhlen, die Rettung aus großen Höhen oder Tiefen sowie die Unterstützung anderer Einheiten bei der Suche nach Vermissten. Manchmal müssen die Retter auch Tote aus unzugänglichem Gelände bergen. Brida kann sich dennoch kein schöneres Ehrenamt vorstellen: „Ich bin bei der Bergwacht, weil ich hier meine Leidenschaft für den Bergsport im professionellen Ehrenamt im Bereich Bergrettung ausüben kann“, sagt er – und weil er so Menschen helfen könne, die bei der Ausübung derselben Leidenschaft in Not geraten sind.

Die Ausbildung zum Bergretter dauert je nach Vorkenntnissen zwei bis drei Jahre. Sechs bis acht Mal im Jahr rückt die Bergwacht Blautal zum Einsatz aus, dazu kommen Absicherungen bei Veranstaltungen wie Mountainbike-Rennen.

Der Allrounder

Jannis Chouliaras (80) aus Ulm ist Rotkreuzler mit Leib und Seele. Im März 2013 wurde er für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement mit dem „Ulmer Band“ ausgezeichnet, bis heute kann der Kreisverband auf seine Hilfe zählen. Seit 21 Jahren widmet der Elektroingenieur im Ruhestand nahezu seine gesamte Freizeit dem Roten Kreuz. Er packt an, wo immer Not am Mann ist, übernimmt unter anderem Fahrdienste für Menschen mit Behinderung, packt im Tafelladen mit an, stellt die Angebote des Kreisverbands bei Seniorennachmittagen in der Region vor und besucht die Bewohner des DRK­-Service-Wohnens in Söflingen.

„Das macht so viel Freude“, sagt Chouliaras und strahlt. „Ich liebe die älteren Menschen so sehr.“ Der Kontakt zu den Senioren sei für ihn, „wie wenn ich jeden Tag ein Buch lese“. Er hört liebend gerne zu, wenn sie von ihren Kindheitserinnerungen und ihren Erlebnissen aus vergangenen Tagen berichten – und erzählt seinerseits aus seinem Leben, das ihn von der griechischen Insel Samos nach Deutschland führte. „Mein Ziel ist es immer, die Menschen zum Lachen zu bringen“, sagt Chouliaras. Mit seinem sonnigen Gemüt und seinem unverwechselbaren Charme findet er einen Draht zu jedem. „Beim Roten Kreuz bin ich überglücklich“, sagt er. „Das ist das, was ich jahrelang gesucht habe.“

Freiwillige Helfer immer willkommen


Mitarbeit Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) sind alle willkommen, die anderen Menschen helfen wollen – zum Beispiel im Bevölkerungsschutz, als Helfer vor Ort, in der Notfallnachsorge oder im örtlichen Tafelladen. Informationen über die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder für Ehrenamtliche beim Roten Kreuz gibt es unter www.drk-ulm.de oder direkt in den jeweiligen Ortsvereinen.