Jeder Weihnachtsmarkt hat seinen Aufreger“, sagte Ordnungsamtleiter Ludwig Griener gestern zur Weihnachtsabschlussbesprechung in der Weinstube Denkinger. „Mal waren es Eichstriche, mal eine Diebesbande.“ Zusammen mit den Händlern und Vertretern des Bauhofs zog Ludwig Griener Bilanz und ehrte die treuesten Händler des Weihnachtsmarktes. Die Schafe glänzten dieses Jahr mit Abwesenheit, was am Gesundheitspass lag. Man sei mit drei Bauern in Kontakt gestanden. Bei einem Schaf datierte der  Gesundheitspass vom Oktober. „Der Pass darf nicht älter als zehn Tage sein.“ Ein anderer Landwirt hatte ein Gesundheitszeugnis, aber keinen Gesundheitspass. Um noch lebende Tiere zeigen zu können, hoppelten Kaninchen von Elvira Schick umher.

Ansonsten verlief der 32. Ehinger Weihnachtsmarkt problemlos. „Wir hatten keinerlei Vorfälle“, sagte Ludwig Griener. In den vergangenen Jahren kam Vandalismus vor, aber dieses Jahr meldete der Sicherheitsdienst keine Vorkommnisse. Auf Anweisung des Innenministeriums liefen als Reaktion auf den Anschlag in Straßburg auch Polizisten über den Platz. Ein Lob bekamen die Händler für die Ausstattung ihrer Hütten, in denen vom Feuerlöscher bis zu elektrischen Geräten alles ordnungsgemäß bereitgestellt und installiert war.

Oft sind es die Kleinigkeiten

Oft sind es Kleinigkeiten, die den Markt gelingen lassen. „Zur Eröffnung mit den beiden Eseln haben wir hinten an der Bühne spezielle Rampen angebaut, damit die Esel auf die Bühne gehen.“ Die Rampen seien identisch mit denen, die die Esel von daheim gewohnt seien – und so geglaubt die, sie liefen in ihren Stall. Ein Trick, um das Eröffnungssingspiel zu bereichern. Mehr als 70 Programmpunkte waren auf der Bühne geboten, darunter auch Neues, wie den Fußball-Freestyle mit Dana Embacher aus Ulm.

„Ohne unsere Frau Hammer ist der Weihnachtsmarkt undenkbar“, sagte Ludwig Griener über seine Mitarbeiterin Rita Hammer, die sich nicht zu schade ist, auch einmal zur Schneeschippe zu greifen oder als Nikolaus auszuhelfen.

Verhaltener Start

Das Wetter bescherte einen verhaltenen Start. „Diese saublöden Sturmwarnungen zu Beginn haben einige Besucher abgehalten“, sagte Winfried Herrmann. Wenn die ersten zwei Tage schlecht seien, „holst du das kaum noch auf“, sagte der Anbieter von Weihrauch aus Illerrieden. Man spüre, dass den Leuten das Geld nicht mehr locker sitze. Viele sind überzeugt, „dass es nächstes Jahr wieder besser ist, weil wir dann wieder den dritten und vierten Adventssonntag mitnehmen können“, sagte Manfred Feiertag aus Ehingen.

2019 beginnt der Weihnachtsmarkt am 13. Dezember. „Wir werden seitliche LED anbringen, damit die Akteure nicht so geblendet sind“, sagte Günther Singer, der den Weihnachtsmarkt technisch  organisiert. Per Akklamation wählten die Händler mit Norbert Messner, Patrick Böttcher, Winfried Herrmann, Pasquale Serafino, Manfred Feiertag und Klaus Fuchs den bestehenden Marktbeirat erneut.

Dieses Jahr stießen drei Händler neu zur Weihnachtsmarktfamilie. Annerose Gauggel bot Holzwaren an, Szilvia Frank-Biro hatte Christbaumschmuck im Angebot und auch das Café Rosenrot hatte Premiere. Geehrt wurden Helga Hee für fünf Jahre Händlertätigkeit, Norbert Messner (zehn Jahre), Carmen Dreyer (15 Jahre) und Ingeborg Reiner (30 Jahre).