Erziehung Trägerschaft für Kindergarten „Regenbogenhaus“ wechselt

Kinder und Verantwortliche des Regenbogenhauses. Die Trägerschaft wechselt, im Betrieb selbst ändert sich nichts.
Kinder und Verantwortliche des Regenbogenhauses. Die Trägerschaft wechselt, im Betrieb selbst ändert sich nichts. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / RENATE EMMENLAUER 03.10.2018

Nach 45 Jahren hat sich die evangelische Kirchengemeinde Ehingen dazu entschlossen, den Kindergarten „Regenbogenhaus“ am Wenzelstein abzugeben. „Es war ein längerer Prozess, die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Aber die Trägerschaft ist uns einfach über den Kopf gewachsen“, sagt Susanne Richter. Damit schließt die Pfarrerin vom Pfarramt Süd auch ihre Kollegin Margot Lenz vom Pfarramt Nord ein, ebenso den Kirchengemeinderat. Weshalb beim Pressegespräch auch Marlis Ratzinger als zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats mit dabei war.

Als Grund für den Wechsel des Kindergartens in die Trägerschaft des evangelischen Diakonieverbands Ulm/Alb-Donau geben beide Pfarrerinnen den zunehmenden Aufwand in Personalbelangen an. „Es wird immer mühsamer, Fachkräfte zu finden. Das müssen wir Pfarrerinnen neben der religionspädagogischen Arbeit im Kindergarten und Verwaltungsaufgaben auch noch schultern“, sagt Margot Lenz.

Im Kirchenbezirk gehören bereits die meisten evangelischen Kindergärten dem Diakonieverband an. Auch wenn die Personalfragen künftig in Ulm verwaltet werden, sei Ehingen bei der Einstellung von Leiterinnen im Kindergarten weiter mit involviert. Der Diakonieverband habe die Kirchengemeinde schon immer unterstützt. Die Pfarrerin zeigt sich zuversichtlich, dass der Verband mit seinen mehr als 500 Mitarbeitern weit mehr Möglichkeiten habe, an gutes Personal zu kommen. Aber die Veränderung werde für alle Seiten nicht einfach. Auch die Stadt Ehingen, die 75 Prozent der Kosten für den Kindergartenbetrieb schultert, hat künftig den Diakonieverband als Ansprechpartner. „Aber wir haben künftig mehr Potenzial für unsere seelsorgerische Arbeit frei“, sagt Pfarrerin Lenz Das sanierte Gebäude des Kindergartens bleibt weiterhin im Besitz der Kirchengemeinde. „Wir haben soviel Kraft und Arbeit in die Renovierung und den Ausbau gesteckt, dass es schade wäre, das Gebäude herzugeben“, sagt Lenz.

Den Wechsel in der Trägerschaft haben die Pfarrerinnen auch mit Blick in die Zukunft getätigt. „Wer weiß, wie die Pfarrstellen mittelfristig verteilt werden. Irgendwann wird wohl auch Ehingen von Streichungen betroffen sein. Dann wird es vielleicht nur noch eine Pfarrstelle für die 3500 Gemeindemitglieder geben“, mutmaßt Susanne Richter.

Im reinen Kindergartenbetrieb ändert sich durch den Wechsel nichts. Die Beiträge bleiben stabil. Auch die Öffnungszeiten als Ganztageskindergarten von Montag bis Donnerstag von 7 bis 17 Uhr sowie Freitag von 7 bis 13 Uhr bleiben erhalten, sowie die verlängerten Öffnungszeiten im Regelkindergarten von 7.30 bis 13.30 Uhr.

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