Wasserversorgung Wasserversorgung: Viel Technik im neuen Haus

Rainer Schäffold 07.10.2017
Pumpwerk und Aufbereitungsanlage in Oberdischingen waren am Freitag zu besichtigen. Und eine neues Buch zum Thema wurde vorgestellt.

„Wasser ist nur interessant, wenn es nicht aus der Leitung fließt“, stellte Werner Kreitmeier fest. In Oberdischingen fließt es aus der Leitung, auch dank der neuen Pumpstation mit Aufbereitungsanlage, die im vorigen Jahr fertiggestellt wurde. Am Freitag konnte die Anlage in der Allee besichtigt werden, zuvor hatte Kreitmeier im Rathaus sein neues Buch über den Neubau vorgestellt.

666.000 Euro hatte dieser gekostet, 446.000 wurden über Zuschüsse finanziert, den Rest übernahm die Gemeinde. Bei der Besichtigung der Anlage dürfte so manchem klar geworden sein, wie dieser Betrag zustande kam. Zwei große Behälter, viele Rohre und Leitungen, technische Einrichtungen. Nach wie vor kommt das Wasser aus dem etwa 30 Meter tiefen artesischen Brunnen nebenan – bei dieser Art von Brunnen kommt das Wasser selbstständig aus der Erde, ohne pumpen zu müssen –, über dem sich früher das alte Pumpwerk befunden hatte. Dieses wurde abgebrochen, das alte Kellergeschoss wurde ausgebaut und der Brunnen saniert. Das Wasser wird nun in die neue Aufbereitungsanlage im neu erstellten Gebäude wenige Meter nebenan gepumpt.

Zuschuss der beteiligten Firmen

Das 48 Seiten starke Buch von Werner Kreitmeier, das er am Freitag offiziell Bürgermeister Fritz Nägele überreicht hat, dokumentiert die Notwendigkeit und die Bauphase der neuen Anlage. Den Anstoß zu dem erneuten Werk nach dem ersten, 2012 erschienenen Band „100 Jahre Wasserversorgung in Oberdischingen“ habe Ingenieur Karl-Josef Fassnacht aus Bad Waldsee gegeben, berichtete Kreitmeier. Fassnacht habe auch die am Bau beteiligten Firmen um einen Zuschuss für die Herstellungskosten des Buchs gebeten – mit Erfolg. Den Rest hätten die Gemeinde und er selbst übernommen, sagte der Autor.

Hochbehälter vor Sanierung

Mit der neuen Anlage hat die Gemeinde aber noch nicht alles erledigt, was die Wasserversorgung betrifft. Die Sanierung des Hochbehälters stehe über kurz oder lang bevor, sagte der Bürgermeister. Nägele: „Uns wird sicher nicht langweilig.“

Im Jahr 1949 wird das Wasser knapp

Geschichte Die erste Wasserversorgung in Oberdischingen war im Jahr 1912 gebaut worden mit dem Hochbehälter am Hägele. 40 Jahre später wurde eine neue Versorgung notwendig, weil der Spender damals nicht mehr ergiebig genug war – im Jahr 1949 herrschte im Ort Wasserknappheit. Anfang der 1950er Jahre wurde der erste artesische Brunnen in der Allee gebohrt; nach 28,90 Meter stieß der Bohrer auf die wasserführende Schicht. Nach weiteren 50 Jahren hatte eine Prüfung durch das Regierungspräsidium ergeben, dass die Anlage veraltet war – die neue Aufbereitungsanlage und die Sanierung des artesischen Brunnens wurden in Angriff genommen. ff