Den Eisvogel kennenlernen und helfen, die Art zu erhalten - dies war das Ziel eines Seminars beim Bezirksfischereiverein (BFV) Ehingen. Harald Dold, Naturschutzreferent vom Landesfischereiverband Südwürttemberg-Hohenzollern, klärte die 15 Teilnehmer aus dem BFV Ehingen und weiteren Fischereivereinen auf, berichtet Hannes Schmid. Das Seminar besteht aus einem theoretischen Teil, in dem Informationen über den Eisvogel und seinen Lebensraum vermittelt werden, und einem praktischen Teil. Hier wird unter Anleitung eine künstliche Steilwand als Bruthilfe für den Eisvogel angelegt.

Die Steilwand mit Bruthilfe wurde am Sonntagssee bei Dintenhofen angelegt. Aufgabe der Teilnehmer ist es nun, als Multiplikatoren ihr Wissen zum Schutz des Eisvogels in ihren jeweiligen Vereinen umzusetzen.

Der Eisvogel war Vogel des Jahres 2009 und unterliegt der EU -Vogelschutzrichtlinie. Nach Auskunft von Harald Dold leben in Baden-Württemberg nur etwa 190 Eisvogel Brutpaare. Eine der Hauptursachen für die stark schwankenden Zahlen der Eisvogelbrutpaare dürften falsche Gewässerunterhaltung und Gehölzpflege - hauptsächlich durch Fachbehörden - , fehlende Brutmöglichkeiten, steigende Freizeitnutzung im Gewässerbereich, sehr strenge Winter mit vielen zugefrorenen Gewässern, die negative Beeinflussung der Fischartenvielfalt und Laichfische durch Kormoraneinfälle und fehlende oder gestörte Laich- und Jungfischhabitate sein, sagte der Fachmann.

Der Landesfischereiverband Südwürttemberg-Hohenzollern setzt sich seit fünf Jahren für die Stabilisierung der Eisvogelpopulationen in der Region ein. In Deutschland gibt vom " Alcedo atthis", so der lateinische Name, einen Brutbestand von 4500 bis 7000, etwa sechs Prozent davon in Baden-Württemberg. Die Eisvögel werden etwa zwei bis drei Jahre alt, in harten Wintern sterben 80 bis 90 Prozent der Eisvögel.