Natur Warme Quellen Kein Platz für Schildkröten

Algershofen / MARIA BLOCHING 04.08.2018

Bei den Warmen Quellen handelt es sich um ein Naturdenkmal und Biotop, das einer gezielten Pflege bedarf. Hierfür und für den Algershofer Bach stellte Christian Schütz im Gemeinderat einen Pflege- und Entwicklungsplan vor, der sowohl die naturschutzrechtlichen also auch die menschlichen Belange berücksichtigt.

Vor einigen Jahren haben sich hier nichteinheimische Wasserschildkröten angesiedelt, die höchstwahrscheinlich ausgesetzt wurden. Sie sorgen unter anderem für eine schlechte Badewasserqualität, die letztendlich dazu führt, dass die Badestelle nicht mehr attraktiv ist. „Die Bevölkerung muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass nichtheimische Schildkröten nicht in der freien Natur ausgesetzt werden dürfen. Weitere Arten, die ausgesetzt werden, belasten die Warmen Quellen noch mehr“, führte Schütz im Gemeinderat aus. Der Bereich sei keine Sammelstelle für Schildkröten: „Sie zerstören das Ökosystem.“ Auch der Biber hat Schäden an der Böschung und am Wegesrand verursacht.

Am östlichen Ortseingang von Algershofen wird der Algershofer Bach durch eine Verrohrung unter der Gemeindeverbindungsstraße durchgeführt. Durch den geringen Rohrdurchmesser ergeben sich hier immer wieder Abflusshindernisse, so dass das Bachwasser nicht ordentlich abfließen kann. 2006 wurde der  Bach renaturiert und teilweise in sein ursprüngliches Gerinne verlegt. Alle nötigen Mäh-, Rodungs- und weiteren Arbeiten wurden bisher durch ehrenamtliche Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Munderkingen sowie andere Helfer geleistet.

Nun sollen im südlichen Bereich von den Warmen Quellen bis zum östlichen Ortseingang von Algershofen weitere naturgerechte Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Dadurch soll die Badewasserqualität verbessert und ein Biotopverbund zwischen dem nördlichen und dem südlichen Bereich des Baches wiederhergestellt werden.

Vorgesehen sind eine Verbesserung der Wegeführung, die Entwicklung eines Hochstaudenflurs und einer Heckenstruktur, die Pflege von Baumbeständen und die Anbringung eines räumlichen Rechens. Gefördert werden die Maßnahmen zu 50 Prozent vom Land. Rosa Nisch befürwortete das Vorhaben: „Ich freu’ mich, dass da endlich was passiert. Von vorne bis hinten ist es momentan sehr unschön. Leute kommen extra wegen der Warmen Quellen, insbesondere haben wir viele Radfahrer.“ Der Gemeinderat stimmte dem Pflege- und Entwicklungskonzept zu.

Info Am 20. September soll in
Algershofen zu diesem Thema eine
Bürgerversammlung stattfinden.

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