CDU Walter Haimerl verdrängt Heinz Wiese

Ulm / Andreas Hacker 08.02.2017

Mit einer Kampfabstimmung im CDU-Kreisvorstand ist am Montagabend in Ulm das Ringen um die Bewerbung für einen aussichtsreichen Platz auf der CDU-Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst zu Ende gegangen. Dabei hat sich Walter Haimerl aus Allmendingen im zweiten Wahlgang mit 10:8 Stimmen gegen Heinz Wiese aus Ehingen durchgesetzt. Dr. Ulrich Hemel aus Laichingen war im ersten Wahlgang ausgeschieden; die weiteren Bewerber Michaela Lehner-Zimmerer und Stephan Werhahn (beide Ulm) wollen bei der Bezirksvertreterversammlung am 11. März in Brochenzell im Bodenseekreis nun für hintere Listenplätze antreten.

Haimerl wird jetzt um Platz 9 auf der CDU-Landesliste kandidieren. Diese wird in den vier Bezirken der Landespartei in Vertreterversammlungen bestimmt. Dem Bezirk Südwürttemberg stehen dabei die Plätze 9, 14, 19 und 24 zu. Allerdings stellt der CDU-Kreisverband Alb-Donau/Ulm nur 30 der 159 Stimmberechtigten aus acht Kreisverbänden und muss mit starken Mitbewerbern rechnen. Als aussichtsreich gilt vor allem Christian Natterer aus Ravensburg, der auch mit Stimmen aus dem Bodenseekreis rechnen kann.

Wie sich der Ehinger Bundestagsabgeordnete Heinz Wiese (71) nach der Niederlagen verhalten wird, der nach der Bundestagswahl 2013 über die Landesliste ins Parlament eingezogen ist, gilt als offen; Wiese hat nach eigenen Angaben die Unterstützung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, die am kommenden Freitag in Leutkirch über ihr weiteres Vorgehen beraten wird, und kann in Brochenzell mit CDA-Unterstützung rechnen. Er sei keiner, sagte Wiese, der wegen einer knappen Niederlage nun das Handtuch werfe, allerdings sei er auch kein Don Quijotte, der gegen Windmühlen kämpfe. Möglicherweise sei auch ein Plan B mit einem geordneten Abgang richtig.

Dass es im CDU-Kreisvorstand überhaupt zu einer Kampfabstimmung gekommen ist und ein von den CDU-Abgeordneten Ronja Kemmer (MdB) und Manuel Hagel (MdL) vermitteltes vorausgehendes Treffen der ursprünglich fünf Bewerber um Listenplatz 9 in Merklingen ohne Einigung blieb, wird außer Wiese vor allem dem CDU-Kreisvorsitzenden Paul Glökler angelastet. Glökler war selbst für drei Wochen auf dem Bewerberkarussell, nachdem Wiese zunächst Verzicht angedeutet hatte. Als Wiese dann aber mit dem Hinweis auf Martin Schulz als neuem starken Mann der SPD plötzlich wieder antrat, weil er sich als CDU-Sozialpolitiker gefordert sieht, zog Glökler zurück. Er habe das laufen lassen und keine Mehrheiten für die Kandidaten aus dem Kreis organisiert, lautet die Kritik aus Ortsverbänden, die Manuel Hagel als möglichen Nachfolger ins Spiel bringen.

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