Ehingen So vermeiden Sie Erkrankungen im Wald

Bodennahe Früchte sollte man nicht gleich essen, sondern vor dem Verzehr zumindest gründlich waschen.
Bodennahe Früchte sollte man nicht gleich essen, sondern vor dem Verzehr zumindest gründlich waschen. © Foto: © Tanhu/Shutterstock.com
Ehingen / Bernd Rindle 14.08.2018
So manchen zieht es derzeit in den Wald. Bei der Suche nach Erholung und Waldfrüchten sollte man einige Regeln beachten.

Gerade die allgegenwärtige Hitze lädt, wenn nicht zum Spaziergang, dann zum Verweilen im Wald ein, wo es kühler ist und die Bäume Schutz vor der sengenden Sonne bieten. Dort kann man nicht nur Erbauung finden, sondern auch den ein oder anderen Leckerbissen, wie Walderdbeeren, Himbeeren oder Pilze. Oder sich bisweilen Krankheiten einfangen, wenn man sich nicht auskennt.

Krankheiten von Fuchs auf Hund übertragbar

Tollwut spielt nach Lage der Dinge keine Rolle mehr, sie gilt allenthalben als nicht mehr existent, was auch Kreisjägermeister Johann Krieger bestätigt: „So kann man sagen.“ Gefahren, die vom Fuchs noch drohen, „sind auf Menschen nicht übertragbar“, sagt der Waidmann und meint damit „die Staupe oder die Räude“. Hunde allerdings seien davor nicht gefeit, weshalb Krieger eher davon abrät, die Vierbeiner überall frei laufen zu lassen. „Ich tät meinen Hund im Wald anleinen – auch damit er keine Rehe jagt.“

Fuchsbandwurm könnte zur Gefahr werden

Wen es zwar „relativ selten“, aber „immer mal wieder gibt“, ist der Fuchsbandwurm. Der könnte einen beim Verzehr von Walderdbeeren ereilen. Vor allem, „wenn man auf die Alb rauf geht, nicht so sehr bei uns“, sagt Krieger, der zwar nicht in Panik verfällt, aber auch keine Verantwortung hinsichtlich einer Unbedenklichkeit übernehmen will. „Wenn einer vorsichtig ist, verzichtet er darauf, dass er die Walderdbeere pflückt und gleich isst.“

Bei Waldhimbeeren, die nicht am Boden, sondern auf Höhe der Körpermitte und höher wachsen, sei das eher kein Problem. Genauso wie bei „Waldpilzen, die zuhause gekocht werden“, gibt der Kreisjägermeister Entwarnung. „Vorausgesetzt, man sammelt keine giftigen.“ Wer aber was sammle, „muss jeder selber mit sich ausmachen“, macht er deutlich, dass er da keinerlei Empfehlungen abgebe.

Fuchspopulation im Rahmen

Was die Fuchspopulation in der Region betreffe, könne man anhand der „Fuchsstrecken“ grob sagen, „dass sie im Rahmen“ sei. Fuchsstrecken sind die in der Jagdstatistik angegebenen jährlich erlegten Füchse. Wobei Krieger die Entwicklung bestätigte, dass sich Wildtiere bei der Nahrungssuche vereinzelt auch den Städten annäherten. „Besonders Füchse sind ja nicht blöd: Wenn Essensreste auf dem Kompost liegen, haben sie einen gedeckten Tisch.“ Wildsauen, wie in Berlin, habe er in der Stadt noch nicht gesehen, zumindest „keine vierfüßigen“. Dafür sei ihm schon mal „ein Biber über den Fußgängerweg gelaufen“.

Zecken leicht entfernen

Womit es Johann Krieger regelmäßig zu tun bekommt, sind Zecken. Ob sie heuer vermehrt auftreten, vermag er nicht zu sagen. Allerdings „habe ich jedes Jahr meine drei Zecken, weil ich durch nicht-gemähte Wiesen laufe.“ Mit deren restloser Entfernung hat er seine Erfahrung: „Ich nehme Daumen und Zeigefinger und reiße sie raus.“ Und zumindest gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – außer der Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Krankheit – „kann man sich ja impfen“.

Der Fuchsbandwurm – ein heimtückischer Parasit

Fuchsbandwürmer Der Parasit ist bis zu vier Millimeter lang und hat bis zu 200 Eier in der Gebärmutter. Der Bandwurm wird durch Kontakt mit Wurmeiern übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Erkrankung Die vom Fuchsbandwurm ausgelöste Echinokokkose ist eine seltene, aber eine der schwersten Lebererkrankungen des Menschen. Trotz Therapie lassen sich massive Organschäden oft nicht verhindern. Zwischen Infektion und Diagnose vergehen meist zwischen 10 und 15 Jahre.

Vorbeugung Man sollte bodennah wachsende Früchte sowie Fallobst gründlich waschen. Nur Erhitzen über 60 Grad Celsius, etwa beim Backen oder Einkochen, vernichtet die Erreger.

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