Rückblick Vor 25 Jahren: Hohe Verluste bei der Zellstoff

Vor 25 Jahren baute die Schwäbische Zellstoff Ehingen – trotz schwieriger Absatzlage.
Vor 25 Jahren baute die Schwäbische Zellstoff Ehingen – trotz schwieriger Absatzlage. © Foto: Moser
Bernhard Raidt 02.08.2018

Fürs Freibad ist es momentan einfach zu kühl“: So wird eine Ehinger Verkäuferin zitiert, die vor 25 Jahren nach dem Verlauf des Sommerschlussverkaufs gefragt wurde. Das kühle Wetter helfe der Einkaufslaune auf die Sprünge, sagte die Frau – denn der Schlussverkauf laufe bestens. Und tatsächlich spricht das Wetter-Archiv von etwa 19 Grad, die damals in Ehingen gemessen wurden.

Energiesparendes Bauen sei im Kommen, meldet die Zeitung vor 25 Jahren – nur fehlten die kommunalen Konzepte. Architekten bestätigten, dass Bauherren zunehmend bereit seien, Mehrkosten für eine gute Wärmedämmung in Kauf zu nehmen. Allerdings – in Allmendingen, wo drei Baugebiete für 1000 Menschen realisiert werden, seien Energiesparmaßnahmen kein Thema. Die Stadt Ehingen versuche, auf den fahrenden Zug aufzuspringen und ein Energiekonzept für das Baugebiet „Zeppelinstraße“ zu entwickeln. „Auch wenn ihm die Verwaltungen und Gemeinderäte noch geringen Stellenwert beimessen, ist Energiesparen im Wohnungsbau im Kommen“, befand die Zeitung.

Papier ist geduldig – bei der Schwäbischen Zellstoff AG, heute Sappi, brauchten die Aktionäre aber damals viel Geduld. 47,8 Millionen Mark Verlust wies das Unternehmen aus, im Vorjahr waren es 66,6 Millionen gewesen. Hohe Überkapazitäten in der Papierindustrie und die Abwertung europäischer Währungen hätten zu den Verlusten geführt. Mehrheitsaktionär der Zellstoff war das Unternehmen Hannover Papier, das die Verluste übernahm. Hinter Hannover Papier stand bereits der Konzern Sappi.

Vor 50 Jahren

Die Hungerkrise im afrikanischen Biafra beschäftigte auch die Realschüler in Munderkingen: 450 Mark sammelten sie zum Ende des Schuljahres, um die „unverschuldet in Not geratenen Menschen zu unterstützen“, wie die Zeitung meldete.

Ein großer, launiger Bericht schilderte eine Leserreise. Nach Kufstein fuhr der Sonderzug mit 800 Teilnehmern, leider vermieste schlechtes Wetter die Sicht auf den Wilden Kaiser. Dafür gab’s um die Mittagszeit aber ein Konzert: „Bei den meisten übertönte um diese Zeit aber das Magenknurren die feierlichen Orgelklänge“, meldete die Zeitung.

Auf einer „weichen Welle“ ritt die Ehinger Polizei vor 50 Jahren: Autofahrer wurden per Zettel höflich auf ihr Falschparken aufmerksam gemacht. „Von einer Ahndung wollen wir ausnahmsweise absehen“, war zu lesen. Die Aktion war bis zum 17. August beschränkt. In Ehingen gebe es keine echte Parkplatznot, war zu lesen – nicht umsonst habe die Stadt den Lindeplatz zum geräumigen Parkplatz ausbauen lassen. Von dort sei es nur ein Katzensprung in die Stadtmitte.

Was die Welt vor 50 Jahren bewegte

Die Anti-Baby-Pille verobt durch den Papst löst Empörung aus: So lautete vor 50 Jahren eine Schlagzeile. Die Enzyklika des Papstes verweise darauf, dass sich durch eine künstliche Geburtenregelung eine „bequeme und breite Straße der ehelichen Untreue und einer allgemeinen Verflachung der Sittlichkeit auftun würde“, berichte die Zeitung.

Im Fokus stand außerdem die Lage in der CSSR: „Tschechische Reformer ringen um das Schicksal der Nation“, war zu lesen. Leonid Breschnjew (damalige Schreibweise) traf sich mit dem tschechoslowakischen KP-Chef und Reformer Alexander Dubcek in der Ostslowakei. ben

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel