Region Vor 25 Jahren in Ehingen: Öde in der Innenstadt

Vor 25 Jahren: Die Obere Hauptstraße in Ehingen präsentierte sich wie ausgestorben.
Vor 25 Jahren: Die Obere Hauptstraße in Ehingen präsentierte sich wie ausgestorben. © Foto: Reiner Wolf
Region / JB 30.01.2014
Vor 25 Jahren berichtete die Zeitung, dass die Obere Hauptstraße in Ehingen immer mehr verwaise. Weiteres Thema: Ein Tankstellen-Überfall in Schelklingen. Vor 50 Jahren wurden Polizeihelfer verpflichtet.

Vor 25 Jahren

Unter der Überschrift "Tote Hose in der Hauptstraße" berichtete die Zeitung darüber, wie leergefegt sich die Ehinger Innenstadt an einem Sonntagnachmittag präsentierte. Einzig ein Ehepaar flaniere die Straße entlang, ein Bub radle in Richtung Marktplatz. "Sonst ist kein Lebewesen in dieser Fußgängerzone auszumachen." Dabei sei das Wetter nicht mal allzu schlecht gewesen. Außerdem handle es sich immerhin um die Hauptgeschäftsstraße, die offenbar von den Ehingern immer mehr gemieden werde, seitdem sie als Fußgängerzone ausgewiesen worden war.

Zwei maskierte und bewaffnete Täter überfielen in Schelklingen die Tankstelle, die von den Inhabern eines Autohauses betrieben wurde. Mit einer Pistole und einem Messer bedrohten sie den Firmenchef, dessen Mutter und dessen Onkel. Die Diebe erbeuteten 4000 Mark.

Die umfangreiche Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters in Hausen ob Allmendingen war abgeschlossen. Das Reservoir fasse 1600 Kubikmeter Wasser, berichtete die Zeitung. Die Innenwände aus Beton waren bislang lediglich mit Farbe gestrichen gewesen. Das genügte aber den neuen Anforderungen nicht mehr, deshalb wurden die Wände mit Fliesen versehen. Außerdem waren neue Leitungen aus Edelstahl verlegt worden. Die Sanierungsarbeiten kosteten rund 180.000 Mark.

Die Tierfreunde in Munderkingen waren empört: In der Nähe des Tannenwalds war eine Katze auf grausame Weise in einer Jägerfalle verendet. Eine Spaziergängerin hatte das Tier entdeckt und Alarm geschlagen. Die Falle sei fachgerecht aufgestellt worden, ließ die Polizei wissen. Jedoch müsse noch überprüft werden, ob eine Falle in solch geringem Abstand zu einem Wohngebiet - 200 Meter - überhaupt aufgestellt werden dürfe.

Vor 50 Jahren

In Ehingen wurden 16 freiwillige Polizeihelfer verpflichtet. Diesem Ereignis komme eine viel größere Bedeutung zu, als es auf den ersten Blick scheinen möge. "Denn 16 unserer berufstätigen Mitbürger haben die Verpflichtung auf sich genommen, freiwillig und ehrenamtlich als Ordnungshüter der regulären Polizei zu helfen", war zu lesen.

Da die Ehinger Stadthalle für die Fasnet vorbereitet wurde, konnte sie nicht anderweitig genutzt werden. Das hieß auch, dass der Turnunterricht für die Ehinger Gymnasiasten ausfallen musste. Der Turnlehrer hatte eine andere Idee: Er ließ die Schüler am Groggensee antreten, wo sie mit Schaufeln und Besen die Eisfläche - der See war zugefroren - vom Schnee befreiten.

Die Bundeswehr kündigte ein Manöver an, eine dreitägige Marsch- und Gefechtsübung. Betroffen davon seien unter anderem die Straße zwischen Blaubeuren und Ehingen und die Straße zwischen Ehingen und Münsingen. "Um Gefahren zu vermeiden, werden die Jagdberechtigten im Übungsraum hiermit von dieser Übung verständigt und dringend gebeten, von der Ausübung der Jagd während der Übung abzusehen", hieß es in der Zeitung.

Die Stadt Munderkingen legte ihren Jahresbericht für 1963 vor. Daraus ging hervor, dass binnen eines Jahres 69 neue Wohnungen in der Stadt bezogen werden konnten. Die starke Bautätigkeit dürfte sich auch im Jahr 1964 fortsetzen, hieß es.

Ein Blick auf den Ehinger Wochenmarkt: Ein Kopf Endivien-Salat kostete 20 Pfennig, drei Pfund Bananen eine Mark, berichtete die Zeitung. Und drei Pfund Orangen waren für 1,35 Mark zu haben.