Abi-Jahrgängertreffen Von wegen stille Nacht

Christina Kirsch 27.12.2016

Von wegen stille Nacht: Am 23. Dezember ist in Ehingen mehr los als an machen offiziell organisierten Kneipennächten. Es ist die Nacht der Heimkehrer und derjenigen, die wissen, dass am 23. Dezember in Ehingen viel los ist. Denn auch die Beschäftigten von Liebherr feiern ihren Weihnachtsurlaub und mischen sich unter diejenigen, die vor Jahren in Ehingen ihr Abitur gemacht haben.

„Das hat einfach Tradition“, sagt Ada Bialecki, die 2011 ihr Abitur absolvierte und als Pädagogin im Ehinger Jugendhaus arbeitet. Sie steht mit ihrer einstigen Klassenkameradin Johanna vor dem Jugendhaus und bricht zu einer Kneipentour auf, bei der man mit Sicherheit ehemalige Schulkameraden trifft. Das sei einmalig in Ehingen, sagen die beiden. „Ich kenne das sonst in keiner Stadt“, meint Ada.

Im Kneipenviertel zwischen Sternplatz und Donau-Iller-Bank bewegten sich Grüppchen von gut gelaunten jungen Erwachsenen, die ihr Wiedersehen feierten. Im Schwanen trafen sich diejenigen, die vor 10 Jahren Abitur gemacht haben. „Wir waren 96 Abiturienten und es sind etwa 50 da“, sagte Denis. Mittlerweile sind aus den Abiturienten Familienväter und Mütter geworden. „Es gibt eigentlich nichts Besonderes zu erzählen, weil man ja auch unter dem Jahr in Kontakt ist“, überlegte Jenny, „aber trotzdem ist das Treffen ein fester Termin im Kalender.“

Für Partner heißt dieser Termin, dass sie Kinderdienst haben, oder man nimmt die Omas in die Pflicht. Im Schwanen kamen Abiturienten aus Berlin und dem Ausland auf Heimaturlaub. Man rede kurz über die Familie und die Arbeit und „nach ein paar Minuten ist es dann so wie früher“, meinte eine. Nach dem Schwanen ging in den Stern, der einst die beliebteste Gymmi-Kneipe war. Dort musste man sich allerdings wie jedes Jahr gedulden: Die Warteschlange vor der Eingangstüre war lang. Die übliche Unterhaltung zum Beziehungs- und Jobstatus sollte da schon gelaufen sein, denn im Stern dröhnte die Musik.

Diese Abitreffen seien eigentlich nichts Besonderes, überlegte die Mehrzahl der einstigen Gymnasiasten. Sie seien aber etwas besonders Wichtiges kurz vor Weihnachten. Nächstes Jahr also wieder. „Und dann sind halt manche, die früher ziemlich propper waren, plötzlich schlank geworden und umgekehrt“, bilanziert eine junge Frau.