Ehingen / Christina Kirsch Im voll besetzten Saal des Franziskanerklosters lassen sich Frauen und Männer zum Nachdenken und Lachen bringen.

Zuerst ein Glas Sekt, dann Gedanken zum eigenen Lebensentwurf und im Anschluss ein paar Beobachtungen zum Optimierungswahn der Frauen. So sah im Franziskanerkloster das Programm zum Weltfrauentag aus, das anregend und unterhaltsam zugleich war.

Zunächst brachte Hedwig Mohl den Frauen einige Beobachtungen zur weiblichen Konditionierung nahe. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie ging in ihrem Vortrag „Alles wird gut – ja wann denn eigentlich?“ auf einseitige Fokussierungen ein. Demnach sind Frauen davon geprägt, im Leben wenig zu verlangen, bescheiden zu sein und stets für andere mitzudenken. Das verhindere manches Mal, ein zügelloses Gefühl von Lust und Lebensfreude zu empfinden. Der Alltag und falsche Fokussierungen brächten Frauen dazu, die guten Momente zu übergehen und Chancen zu missachten. So werde von Frauen Vieles einfach lieb weg gelächelt, stellte die Therapeutin fest. „Liefern Sie ihr Wissen ab ohne zu lächeln“, empfahlt Hedwig Mohl. „Rufen Sie den angemessenen Preis für Ihre Leistung auf“, riet sie. Frauen verfielen der Ansicht, dass sie zu wenig sähen, was getan wurde und zu sehr das in den Blick nehmen, was noch getan werden muss.

Annitta Bröckel-Lison nimmt als Rollstuhlfahrerin am Umzug teil. Ein Besuch bei einer Frau, für die manches unerreichbar ist.

Eigene Ressourcen gut überdenken

Die Referentin plädierte bei der Eigenmotivation zu einem selbst entwickelten Zielbild, das freilich bei der Auswahl offener Optionen auch Entscheidungen verlangt. Die Abwahl von Möglichkeiten falle schwer, „aber Verzicht kann der leichtere Weg sein“, sagte Hedwig Mohl. Als Tipp gab sie den Frauen auf den Weg, die zur Verfügung stehenden Ressourcen bezüglich Gesundheit, finanziellen Mitteln und mentaler Kraft zu überdenken und gut einzuteilen.

Eine, die sowohl ihre Gedanken als auch ihre Ressourcen hemmungslos raus haut, ist die Berliner Kabarettistin Patrizia Moresco, die mit „Die Hölle des positiven Denkens“ den Geschwindigkeits-, Mobilitäts- und Optimierungszwang unserer Gesellschaft aufs Korn nahm. Die 61-Jährige geißelte Donald Trump als frei herumlaufenden Beweis, dass ein Leben auch ohne Hirn funktioniert. Politiker seien größtenteils Denk-Legastheniker mit dem Rückgrat einer Nacktschnecke. Auch über den Ratgeberirrsinn, der meterlang die Regale der Buchläden füllt, wunderte sich die Entertainerin, die sich selber geißelte, weil sie wie ihre Geschlechtsgenossinnen kaum positiv denke. Wie auch? An der Supermarktkasse vererben Schockbildchen auf Zigarettenschachteln die gute Laune und die Detox-Smoothies tun auch nicht die erhoffte Wirkung.

Patrizia Moresco verteidigte vehement die Lust am Leben. „Wenn ich trinke, brauche ich keine Vitamine, sondern Wirkung“, bekannte sie freimütig. Wie es aussieht, wenn Frauen mit aufgespritzten Lippen ungespritztes Gemüse essen, machte die Kabarettistin mit aufgeworfenen Lippen nach. Gelegentlich sei sie auch hemmungslos intolerant. „Ich leiste mir Intoleranz im Zwischenmenschlichen, nicht bei Lebensmitteln“, stellte sie fest. Der Hölle des positiven Denkens entgeht Patrizia Moresco mit dem Ignorieren von Likes und der angemessenen Wahl zwischen einem Hund oder einem Mann. Denn da lautet für sie die Frage „Lass ich mir den Teppich versauen oder das ganze Leben?“. Dem Prädikat „brutal lustig“ wurde die Entertainerin brutal gerecht.

Musikverein Kirchbierlingen Blasmusik verbindet die Pfarrei

Mit 164 Aktiven ist der MV Kirchbierlingen musikalisch gut aufgestellt. Das Kreismusikfest im Juli steht schon im Detail.