Sport Felix Schelkle: Ein Leben für die Vereine

Felix Schelkle verhalf dem damals belächelten Nischensport Darts auf die Sprünge.
Felix Schelkle verhalf dem damals belächelten Nischensport Darts auf die Sprünge. © Foto: Roland Flad
Munderkingen / Roland Flad 03.08.2018
Was er anfasst, wird zu Gold: Felix Schelkle aus Munderkingen engagiert sich seit seiner Jugend in Verbänden und Vereinen. Heutzutage ist er für die VfL-Kicker unentbehrlich.

Ein Leben ohne Vereine ist für Felix Schelkle unvorstellbar, ein Ding der Unmöglichkeit. Seit seiner Jugend schafft, organisiert und hilft der Munderkinger bei einem oder mehreren Klubs mit. „Ich bin ein echter Munderkinger und bin mit 17 Jahren ins Vereinsleben eingetreten“, sagt Schelkle, der aktuell die Geschicke der VfL-Fußballabteilung lenkt.

Begonnen hatte alles 1968 als Kassierer bei der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) in Hausen am Bussen. „Aktivitäten bestanden aus Funkenfeuer, Maibaum und Diskussionen, was die Heranwachsenden in diesem Alter so beschäftigte.“

Bei Felix Schelkle dauerte es keine zwei Jahre, dann war er unter Abteilungsleiter Gerhard Elstner bei den VfL-Leichtathleten dabei und half bei den ersten Volksläufen mit. Es folgten Volksmärsche auf abgesteckten Routen und ohne Sollzeit. 1974 löste sich eine Gruppe; die Wanderfreunde Bussen waren gegründet, mit Schelkle als Vorsitzendem und in der Spitzenzeit mit mehr als 200 Mitgliedern. Das war schon damals eine richtige Hausnummer.

12, 13 Jahre lang führte Schelkle nicht nur die Wanderfreunde, sondern stemmte im Frühjahr und Herbst Wander-Veranstaltungen, die zudem mit Volksradfahren gespickt waren. Als Präsidiumsmitglied des IVV-Landesverbandes Südwürttemberg/Südbaden entwickelte Schelkle die Wanderfreunde Bussen zu einem der mitgliederstärksten Klubs. Höhepunkt war, als sich Anfang der 1980er Jahre 5500 Wanderer gen Bussen aufmachten: 14 Busse steuerten Hausen an; die Blechlawine staute sich bis Munderkingen, wie Schelkle erzählt.

Schnell an Fahrt aufgenommen

Die nächste Station hört sich sportlich gesehen zwar entspannter an, nahm aber schnell an Fahrt auf, und ist inzwischen in Freizeit und Vereinsleben fest integriert. Die Rede ist von Darts, Mitte der Achtziger noch milde als Pfeilwerfen oder britischer Kneipen-Spaß belächelt. „Ich habe bei der Sportartikel-Messe ISPO in München einen Stand mit Darts gesehen und habe gleich ein Brett und Zubehör gekauft und im Keller aufgehängt, ohne an einen Verein zu denken“, sagt Schelkle schmunzelnd. Rudi Rieder aus Rottenacker war einer seiner Mitstreiter. Derweil gab es in Stuttgart schon erste Kneipen-Ligen, in Karlsruhe eine Studenten-Liga und in Ulm wurde der 1. DC Ulm gegründet. „Da hatte ich die Idee, Darts wettkampfmäßig aufzuziehen.“ 1986 gründete Schelkle den 1. DC Munderkingen. Andere zogen nach wie Hütte Darts in Schwörzkirch, der DOS Untersulmetingen, 1. DC Allmendingen oder in Rottenacker, wo im „Löwen“ gespielt wurde. Als etwa zehn Klubs existierten, gründete Schelkle einen Liga-Betrieb; es folgte der Darts-Verband Oberschwaben (DVOS), den Schelkle bis 1991/92 als Präsident führte und der 2017 sein 30-jähriges Bestehen feierte.

Als DVOS-Chef holte Schelkle die Stuttgarter und Badener ins Boot und damit war der baden-württembergische Dart-Verband ins Leben gerufen, mit Schelkle an der Spitze. Der Munderkinger führte ein einheitliches Liga-System ein. 1988 ging’s zur Deutschen Meisterschaft nach Köln, wo das 8er-Team aus Munderkingen als Landesvertreter gerade mal zwei Legs gewinnen konnte. „Da haben wir erst gesehen, was Darts ist“, sagt Schelkle.

Auch im Darts gab es einen Höhepunkt: Im Frühjahr 1993 veranstaltete Schelkle die „Oberschwaben Open“ in Baindt mit einer so genannten Exhibition, für die er John Lowe, Eric Bristow, Bob Anderson und Phil Taylor gewinnen konnte. Taylor, damals noch ein unbekannter Nachwuchs-Darter, wurde 1989 verpflichtet; ein Jahr später war er Weltmeister. Bei der „Oberschwaben Open“ filmte der Südwestfunk und sendete den Bericht in „Sport unter der Lupe“ mit Ute Kamphausen, die zwei Tage in Baindt war, um über das Ereignis zu berichten. Abends wurde Phil Taylor nach Stuttgart zur Sendung „Sport im Dritten“ gefahren, wo diese Sportart damals vom Moderator belächelt wurde. „Das ist für mich ein persönliches Highlight“, schwärmt Schelkle noch heute. Als er dann von den anderen Landesverbänden zum Kandidaten des Präsidenten des Deutschen Dartverbandes vorgeschlagen wurde, blies er zum Rückzug.

Nach der Darts-Show trat die Familie an die erste Stelle; Frau und Kinder standen ab 1993 im Vordergrund. Es dauerte jedoch nicht lange, bis König Fußball anklopfte. „1993 spielte mein Robbie bei einem F-Jugend-Schnupperturnier in Allmendingen mit; ab da drehte sich alles um Fußball.“ In Franz Illich fand Schelkle einen nicht minder begeisterten Kicker und Helfer. Zusammen betreuten sie die F-Jugend des VfL. Sie organisierten den ersten Hallen-Wettbewerb, das Nikolaus-Turnier mit dem VfB Stuttgart und dem KSC im Finale. Von März 1994 an übernahm Schelkle die VfL-Jugend mit Illich als stellvertretendem Jugendleiter.

Förderer des Frauenfußballs

„Von da an hat alles seinen Lauf genommen“, sagt der Tausendsassa zum Thema Fußball. „Wegen Tochter Bernadette gründete ich den Mädchen-Fußball.“ Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten; 1997/98 gewannen die VfL-Mädchen C den WFV-Junior-Cup in der Halle. Mit den Mädchen und später mit den Frauen ging es steil nach oben, bis zur Fußball-Oberliga.

Vier Jahre lang managte Schelkle die Fußballer als Jugendleiter und Abteilungsleiter gleichzeitig. 25 Jahre ist er mittlerweile bei den VfL-Kickern. Selbst aktiv war er freilich auch, zwei Jahre in der Emerkinger Reserve. Aber seinen Weg hat er als Funktionär, Schaffer und Organisator gemacht; bis jetzt ist er VfL-Fußball-Chef.

Das aktuelle und inzwischen in ganz Europa bekannte Großereignis ist das internationale U-13-Turnier um den Vereinsservice-Cup, bei dem Schelkle die 22. Ausgabe vor der Brust hat. „Das habe ich damals für meine Buben gemacht“, sagt er stolz. Nunmehr hat der Cup einen solch großen Stellenwert, dass er in Munderkingen und vom Turnier-Kalender nicht mehr wegzudenken ist.

Engagement

25 Jahre ist Felix Schelkle mittlerweile
bei den VfL-Kickern. Selbst aktiv war er auch – allerdings nur zwei Jahre.

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