Berufeaktionstag Von Altenpflege bis Zimmermann

Nicht alle Schüler trauten sich beim Berufe-Aktionstag der Michel-Buck-Schule, sich ins Tragetuch des DRK Erbach zu legen.
Nicht alle Schüler trauten sich beim Berufe-Aktionstag der Michel-Buck-Schule, sich ins Tragetuch des DRK Erbach zu legen. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 13.04.2018
Mit elf Betrieben glich der Berufeaktionstag an der Michel-Buck-Schule einer Messe. Die Klassen 7 bis 10 durchliefen die verschiedensten Berufsfelder.

„Mich hat in der Ausbildung gewundert, dass wir jetzt kein Englisch mehr haben und Mathematik fast nur noch fachbezogen unterrichtet wird“, erklärte Ismail Chalil, Auszubildender im Autohaus Braun und Maurer. Der 17-Jährige präsentierte am Donnerstag im Pausenhof der Michel-Buck-Schule mit seinem Lehrmeister den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Der Auszubildende kennt die Mitschüler noch aus seiner eigenen Schulzeit und war ein überzeugender Motivator. „Ich will auf jeden Fall meinen Meister machen“, kündigte der junge Mann an und erklärte seinen Mitschülern einen Radwechsel.

Der Berufe-Aktionstag an der Michel-Buck-Schule war umfangreicher und vielgestaltiger als die Jahre zuvor. „Wir bekommen immer mehr Anfragen von Firmen, ob sie sich bei uns präsentieren dürfen oder ob wir eine Bildungspartnerschaft mit ihnen eingehen“, berichtete die Konrektorin Petra Germowitz, die den Tag für die Klassen 7 bis 10 organisiert hatte. In kleinen Gruppen durchliefen die Schüler Stationen und hatten an den Messeständen im Singsaal Aufgaben zu erfüllen.

Auf einem Laufzettel waren  Fragen zu Verdienst, Berufsvoraussetzungen und Ausbildungsdauer zu beantworten. So kamen die Betriebsinhaber und die Schüler ins Gespräch. An einigen Stationen gab es auch etwas zu tun. Dem Motto „Spengler mit Pfiff“ wurden die Schüler bei Andreas Banderitsch gerecht. Die Mädchen und Jungs durften sich aus einem Streifen Kupferblech eine Trillerpfeife biegen. Die selber hergestellte Pfeife musste natürlich auch hinreichend ausprobiert werden, was man dann im ganzen Schulhaus hörte. „Wir machen Dachrinnen und Metallteile an der Gebäudehülle“, klärte der Spengler die Schüler auf. Fürs kommende Ausbildungsjahr hat die Firma noch keinen geeigneten Lehrling gefunden. „Voraussetzung ist ein gutes räumliches Denken und Spaß an der Arbeit“, sagte Banderitsch. Den „Spaß an der Arbeit“ betonten alle elf Betriebe beim Informationstag.

Vor allem Mädchen hatten Spaß daran, bei ihrer Konrektorin den Blutdruck zu messen. Beate Fuchs, die Leiterin der Ehinger Krankenpflegeschule, erläuterte den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin. In Ehingen werden jedes Jahr 24 neue Auszubildende aufgenommen, der Ausbildungskurs 2018 ist bereits voll. Auch der Beruf der Altenpflegerin und Altenpflegehelferin stieß auf Interesse.

Liege flößt Respekt ein

Einen kleinen Obst- und Gemüsetest veranstaltete Cornelia Hamm, Personalmanagerin von Aldi, mit den Schülern. Bei Staudensellerie und Maracuja mussten die meisten Schüler passen. Gebührenden Abstand hielten die Schüler gegenüber dem Rettungsfahrzeug des DRK-Ortsvereins Erbach. Die Liege flößte ihnen gehörigen Respekt ein.

Kaum einer traute sich auch, auf ein Tragetuch zu liegen. Lehrerin Cornelia Grimm, die ehrenamtlich beim Erbacher DRK tätig ist, musste den Schülern gut zureden. Ohne Berührungsängste gruppierten sich dagegen die Mädchen am Tisch der Friseurin und am Stand von Möbel Borst. Einige Firmen pflegen bereits seit zehn Jahren Bildungspartnerschaften und sind den Schülern daher vertraut.

Mancher Ausbildungsbetrieb wie Bückle Holzbau in Ringingen hat für die Azubis auch noch spezielle Angebote. „Wir haben Kooperationen mit Frankreich und Norwegen“, erzählte Jochen Bückle. Die Auszubildenden können ein paar Wochen im Ausland verbringen. Für 2018 hat der Betrieb einen Ausbildungsplatz zum Zimmerer vergeben und würde noch zwei Plätze besetzen. Alle befragten Betriebe vergeben ihre Lehrstellen erst, wenn der Interessent ein Praktikum absolviert hat. „Das gibt Sicherheit auf beiden Seiten“, wusste Petra Germowitz.

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